Aufsatz 
Geschichte der Gründung und Einweihung des Gymnasiums zu Hanau. Festschrift zum 200jährigen Jubiläum : 1. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

dreißig Studierenden; ihnen folgten zuerſt die Stadträte der Alt⸗ und Neuſtadt, darauf die Schulräte oder die zeitigen Curatoren der Schule und dann die Geiſtlichkeit, und zwar zuerſt die Stadtpfarrer mit dem geiſtlichen Inſpector Pezenius und dem Pfarrer Niſter an der Spitze, die den neuen Pro⸗ rector Gantesviler in ihrer Mitte hatten; darnach die Pfarrer vom Lande. Alle dieſe bildeten die erſte Abteilung des Feſt⸗ zugs. An dieſe reihten ſich dann als zweite mittlere Ab⸗ teilung: die gräfliche Civildienerſchaft, die herrſchaftlichen Diener und Beamten, Secretare, Renträte und die übrigen graduierten Perſonen außer Dienſt und ſonſtige Literaten. Die dritte Abteilung wurde durch den geſamten Hofſtaat gebildet, durch die gräflichen Kanzleiräte und den Adel. Auf dieſe alle folgte das gräfliche Haus: zuerſt der Graf Friedrich Caſimir allein; dann nach ihm ſeine Gemahlin, die Gräfin Sibyllle Chriſtine und die Gräfin Eliſabeth mit ihren Hofdamen.

In dieſer Ordnung alſo begab ſich der Feſtzug unter fortwährendem Glockengeläute vom Schloß nach der Marien⸗ kirche. Mit dem Eintritt in die Kirche wurde der Feſtzug ſtatt des Chorals von Inſtrumentalmuſik empfangen und bewegte ſich unter den Klängen derſelben durch das Schiff der Kirche nach den für ihn beſtimmten Plätzen. Im Chor der Kirche war für die beiden Redner, die heute reden ſollten, ein mit ſchwarzem Tuch überzogenes Katheder errichtet. Zuerſt nun betrat dieſes nach beendigter Muſik der hochgräflich Hanauiſche älteſte Geheime Kanzlei⸗ und Conſiſtorialrat Dr. iuris Johann Hippolytus Eiſenmenger, der dazu aus⸗ erſehen war, die Inaugurationsrede zu halten. Zu beiden Seiten des Katheders ſtanden die zwei Studioſen der Theologie, Theodor Johann Georg Haraeus aus Herborn und Eſaias de Bary aus Hanau und haben die in Gold und Seide ein⸗ gebundenen, von den Pedellen ihnen überreichtenTabulas