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tesviler,*) damals Profeſſor der Beredſamkeit und Päd⸗ agogiarch zu Herborn, wohin er ſchon im 21. Jahre ſeines Lebens, 1652 berufen war. In ihm hoffte man einen re⸗ degewandten Vertreter der Vermittlungs⸗Theologie zu finden; daß er zur„lutheriſchen Richtung“ nicht hinneige, verſtand ſich von ſelbſt, dafür bürgte ſchon im Allgemeinen der reformierte Charakter der Herborner Schule;*) zudem war Gantesviler, wie es ſchien, Anhänger der Anſichten des Helmſtädter Profeſ⸗ ſors Johann Georg Calixt und gieng, wie wir ſpäter ſehen werden, in ſynkretiſtiſcher Richtung noch weit über dieſen hin⸗ aus. So wurde denn Johann Jakob Gantesviler zum Rec⸗ tor oder Prorector und zum Profeſſor der Theologie und Phi⸗ loſophie an der Hohenlandesſchule zu Hanau ernannt. Von jetzt an, hoffte man, ſollte eine neue Aera der Hohenlandes⸗ ſchule beginnen; jetzt erhalte dieſe erſt ihren eigentlichen Cha⸗ rakter eines gymnasii Academici wieder und werde unfehl⸗ bar einen ganz andern Aufſchwung nehmen. Zu dieſer freu⸗ digen Hoffnung wurde man außerdem vornehmlich noch durch den Hinblick auf das nun faſt vollendet daſtehende Schulge⸗ bände erregt.*) Schon war der Eingang mit dem vielfach verzierten, aus rotem Sandſtein gebildeten hohen Portal ge⸗ ſchmückt: die beiden Säulen mit ihren kleineren Aufſätzen in Obeliskenform ragten weit über die Höhe der Hauptthüre em⸗ por. Hoch über der Thür aber, den ganzen Mittelraum zwi⸗ ſchen den Säulenſpitzen ausfüllend, war in der Wand des Ge⸗ bäudes oben angebracht das vollſtändige gräflich⸗Hanauiſche Wappen, gleichfalls aus rotem Sandſtein kunſtvoll gearbeitet, das Ganze beherſchend; dann unmittelbar darunter die Gedenk⸗ tafel mit vier lateiniſchen Diſtichen zur Linken(vom Standpunkt des Betrachtenden aus) und einer Art Ueberſetzung in den damals unvermeidlichen Alexandrinern daneben zur Rechten; beides noch völlig unverſehrt erhalten und alſo lautend: ⁶)


