Aufsatz 
Geschichte der Gründung und Einweihung des Gymnasiums zu Hanau. Festschrift zum 200jährigen Jubiläum : 1. Teil
Entstehung
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Atheiſt aus Schweden vertriebenen Reichsrat Skytte und den Schwindler und Projectenmacher Johann Joachim Be⸗ cher, wie noch einige andere derartige Glücksritter nach ſich zog. Dadurch gelang es den curatores scholae, wenn auch erſt nach Beſiegung vielfacher Schwierigkeiten, den Bau des Schulhauſes wieder in Gang zu bringen und end⸗ lich im Jahre 1664 ſo weit fortzuführen, daß der ganze ſteinerne Teil des Gebäudes vollendet und der Wald von Bäumen, der nach damaliger Bauart(ähnlich wie bei der franzöſiſchen Kirche) zum Dachſtuhl erforderlich war, gleichfalls zum Aufrichten fertig ward. ¹) Und was noch wichtiger war, der Graf zeigte ſich auch bereit, auf Anraten des geiſtlichen Curatoriumszu dem neuen Anfang der hohen Schule einen neuen Rector und Profeſſor zu berufen. Man ſchlug ihm einen Mann vor, der ſich nicht nur als Gelehrter und prak⸗ tiſcher Schulmann bewährt habe, ſondern ſeiner ganzen Rich⸗ tung nach auch beſonders geeignet ſei, die vorhandenen ver⸗ ſchiedenenReligionsparteien(vornehmlich die Reformierten und Lutheriſchen) mit einander zu verſöhnen. Daran aber mochte dem Grafen nach den Traditionen ſeines Hauſes am meiſten gelegen ſein; er mußte wünſchen, die lutheriſche Kirche, der er ſelbſt und das ganze Gräflich⸗Lichtenbergiſche Haus an⸗ gehörten, aus dem faſt rechtloſen Zuſtand einer ecclesia pressa, in den ſie durch den reformierten Eifer beſonders des refor⸗ mierten Conſiſtoriums verſetzt und fortwährend eingeſchränkt war, nachgerade ſo viel als möglich zu befreien; wie ja eben dieſes Streben des Grafen, das Verhältnis ſeiner lutheriſchen Unterthanen gegenüber den ſich für alleinig berechtigt haltenden Reformierten durch eine feſte Ordnung zu regeln, nicht lange darnach den bekannten Religionsreceß vom*½6¶ Auguſt 1670 ²) zu Wege brachte.

Dieſer, wie wir uns ausdrücken würdenunioniſtiſch ge⸗

ſinnte Gelehrte und Schulmann war Johann Jakob Gan⸗ 1*