Aufsatz 
Geschichte der Gründung und Einweihung des Gymnasiums zu Hanau. Festschrift zum 200jährigen Jubiläum : 1. Teil
Entstehung
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entfernt hatte. Um aber dieß Ziel zu erreichen, unddem darniederliegenden Gymnaſium in nachhaltiger Weiſe wieder aufzuhelfen, dazu war nicht nur erforderlich, daß der angefan⸗ gene Schulbau nun endlich einmal vollendet, ſondern vornehm⸗ lich auch, daß neben andern tüchtigen Männern von wißen⸗ ſchaftlichem Ruf vor allem ein erfahrener und in der Gelehr⸗ tenwelt bewährter Rector der Hohenlandesſchule berufen würde. Es dauerte jedoch noch eine geraume Zeit, ehe dieſem zwie⸗ fachen Bedürfniſſe abgeholfen wurde. In des Grafen Friedrich Caſimir Leben war bereits die beklagenswerte Periode eingetre⸗ ten, in der wir ihn ſelbſt auf verderblichen Irrwegen, in den Schlingen der eigenen Sinnenluſt und der Verführungskünſte ſelbſtſüchtiger Ratgeber befangen ſehen, während ſein Land eben dadurch dem empfindlichſten Schaden ausgeſetzt ward. Friedrich Caſimir hatte von Natur eine Neigung zu äußerem Prunk, die ſich bis zur Luſt am Phantaſtiſchen ſteigerte; war er doch unter anderem im Jahre 1658 in dem Turniere, das dem neucrwählten Kaiſer Leopold zu Ehren in Frankfurt veranſtaltet wurde, als Heros in Geſtalt und Coſtüm eines alten Römers öffentlich aufgetreten! Und wie eine Verirrung in der Regel die Mutter einer andern zu ſein pflegt, ſo ge⸗ ſellte ſich auch hier zur Prunkliebe die Verſchwendung und zur Verſchwendung die Ungerechtigkeit, die ſich nicht ſcheute, behufs Gewinnung der nötigen Geldmittel ſelbſt Domanialgüter zur Veräußerung zu bringen. Dabei geriet denn der Graf, wie dieß in ſolchen Lagen ſo oft der Fall iſt, ſehr bald in faſt völlige Abhängigkeit von den unſaubern Geiſtern, die ſelbſt auf den Sündenwegen wol bewandert, aus ſchnöder Selbſt⸗ ſucht, zugleich auch die Verſchwendungsluſt des Grafen immer von Neuem zu reizen und ſich dadurch in ihres Herrn Gunſt zu befeſtigen ſuchten; wie der berüchtigte Arzt und Aben⸗ teuerer Cretzſchmar, der ſpäter den noch anrüchigeren, um ſeines ofſenen Abfalls vom chriſtlichen Glauben willen als