Aufsatz 
Szenische Analyse des Sophokleischen Dramas Ajas Mastigophoros / von K. W. Piderit
Entstehung
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Darſtellung; und darnach muß ſich das richten, was man Statik der Ausführung nennt, das Gleichgewicht und die Harmonie aller Theile, die wie in einem lebendigen Leibe oder einer künſtleriſch vollendeten Statue durch die im Ganzen waltende, Alles durchdringende Einheit beſtimmt wird. Während bei Aeſchylos das Waffengericht mit zum Ganzen der Tragödie gehörte, fällt es bei Sophokles vor die dramatiſche Handlung, wird in ſeinem gewaltigen Eindruck auf Ajas Gemüth vorausgeſetzt und nur im Prolog V. 41 auf Odyſſeus Frage von Athene als Motiv des Zorns gegen die Atriden mit Einem Worte erwähnt. Bei vorausgehender Gxdν oi hätte alſo, die Sache ganz äußerlich betrachtet, der Tod des Ajas das Ende bilden können; denn in dieſem Falle konnte der Schwerpunkt der Linie, unter der wir uns die dramatiſche Handlung in ihrem Verlauf denken kön⸗ nen, zwiſchen das Waffengericht und Ajas Selbſtmord in die Mitte gelegt werden. Fiel dagegen, wie es bei Sophokles der Fall iſt, die erſte Hälfte jener Linie bis zu der eben erwähnten Mitte weg, ſo mußte nun natürlich, was früher Endpunkt war, Ajas Tod nämnlich, vielmehr der Mittelpunkt werden, über welchen hinaus eine neue Linie der Streit um den Leichnam ſtatt des vorn abgefallenen Streits um die Waffen bis an das beſtimmte Ziel jener das Gleichgewicht hielt, wie dies die beiſtehende Figur veranſchaulicht:

Waffengericht Ajas Tod. 2

Sophokles:*

Streit um den Leichnam.

f Beſtattung.

heißt das erſte Stück; das mittlere Drama die Thrakerin⸗ nen(G05α) enthielt den Selbſtmord. Das dritte die Sala⸗ minierinnen(Xalauiνοα) führt uns nach der Heimath des Helden, wo der Halbbruder Teukros den ihm anvertrauten Knaben des Ajas dem Telamon bringt. Vergl. Schneidewin Sophokles 1. Band Leipzig 1849. Einleitung zum Ajas S. 5.