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vorhanden, die zu Gregors von Tours Zeit verfasst worden zu sein scheint, und deren dieser II, 31 gedenkt. In der Gedichtsammlung selbst finden sich noch einige kleine prosaische Aufsätze: eine Erklärung des Gebets des Herrn(am Anfang des 10.) und des apostolischen Symbolums(am Anfang des 11. Buchs) und einige Briefe an ihm befreundete Personen: an Gregor von Tours(einer am Anfang des 1. Buches, dessen Inhalt schon an mehreren Stellen erwähnt ist, und einer im 5. Buch, dessen gleichfalls schon oben gedacht worden); im 3. Buch zwei an Euphronius, Bischof von Tours; beide enthalten Preundschaftsver- sicherungen und preisen des Bischofs vortreffliche Eigenschaften; in demselben Buch einer an Felix, Bischof von Nantes, als Antwortschreiben; am Anfang des 5. Buchs ein Schreiben an Martin, Bischof von Gallicien, als Danksagung für einen von ihm erhaltenen Brief; in demselben einer an Syagrius, Bischof von Autun, der gebeten wird sich für die Befreiung eines Gefangenen zu verwenden, dessen Sohn unsern Fortunatus um seine Fürsprache bei dem genannten Bischofe angelfleht hatte; zugleich wird in demselben der Bau des Akrostichon erklärt, ſdas ihm jener übersendet; im 10. Buch sind drei an Mumulenus enthalten; im ersten tröstet er ihn wegen des Todes einer jungen Tochter; im zweiten empfiehlt er ihm die Interessen der Radegunde und ihres Klosters; im dritten sucht er die Gattin über den erwähnten Verlust zu beruhigen; zuletzt noch einer vor der Vorrede zu seiner metrischen Lebensbeschreibung des h. Martin an Gregor von Tours, in welchem er ihm Rechenschaft über sein Gedicht gibt.
Gehen wir nun zu seinen poetischen Erzeugnissen über; erhalten sind uns vier in heroischem Versmass abgefasste Bücher über das Leben des berühmten heiligen Martin von Tours, das überhaupt ein Lieblingsgegenstand der Schrifisteller in Prosa und Versen war, von denen Gregor von Tours am Anfang seines Werks de miraculis sancti Martini mehrere nennt und unter diesen auch unsern Fortunatus. Es reihet sich dieses Gedicht an ähnliche historisch-panegyrische Dichtungen früherer christlicher Dichter an, deren mehrere von unserm Dichter in der Vita s. Mart. I, 15— 25 angeführt werden, und deren Beispiel ihn auch zur Unternehmung einer ähnlichen Arbeit zum Theil bewogen haben mag; namentlich hatte der v. 21. 22. genannte Paulinus, Bischof von Petrocorium(Perigueux) im südlichen Gallien um die Mitte des fünften Jahrhunderts aus Dankbarkeit gegen den h. Martin, der ihn von einem Augenübel befreit, das Leben dieses hochgefeierten Martyrers in einem in sechs Bücher abgetheilten Gedichte besungen; vgl. Bähr a. a. 0. S. 34. Fortunatus übertrug nach seiner eignen Angabe in dem dem Gedichte voran- stehenden Brief an Gregor von Tours(vgl. auch die Vita selbst III, 10— 13) das bekannte Werk des Sulpitius Severus in Verse und vollendete seine Arbeit innerhalb zweier Monate: Nam pietate Domini concedente, quod de vita eius vir disertus domnus Sulpitius sub uno ſibello prosa descripsit et reliquum quod dialogi more subnectit, primum quidem opus a me duobus libellis et dialogus subsequens aliis duobus libellis complexus est, ita ut brevissime et iuxta modulum paupertatis nostræ in quatuor libellis totum illud opus versu inter hoc bimestre spatium audax magis quam loquax nec efficax cursim et impolite inter frivolas occupationes sulcarim. Gregor hatte, wie schon früher bemerkt, gewünscht, dass sein Werk über Martin metrisch bearbeitet werden mõchte, und unser Dichter bat es von ihm aus; ob in einer dem Wunsche seines Freundes entsprechenden Absicht, ist nicht weiter angedeutet. Die Verse 27 f. der, metrischen Vorrede zeigen, dass er das Gedicht auf Bitten Radegundens und der Agnes geschrieben:
Sie ego de modicis minimus venerabilis Agnes Cum Radegunde sacra, quas colo sorte pia, Tendere polliciktum quia cogor ad ardua gressum, Imperiis tantis viribus impar agor.


