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592, und ihm ist wol unser Dichter selbst nachgefolgt; genauer lässt sich dieses ebensowenig bestimmen als sein Todesjahr; es findet sich in seinen Gedichten nicht die geringste auf seine Lebensverhältnisse hinweisende Spur, die über das zuletzt genannte Jahr hinausginge; nach dem eben Angeführten hat er bis gegen Ende des sechsten oder bis in den Anfang des siebenten Jahrhunderts gelebt; die Kirche von Poitiers feierte sein Andenken am 14. December in einem eignen Officium; vgl. die Bollandisten a. a. 0. p. 48. 6.
Was nun seine Werke betrifft, so sind es theils prosaische theils poetische. Jene bestehen grössten- theils aus Legenden und Lebensbeschreibungen gleichzeitiger, mitunter ihm befreundeter Bischöfe oder anderer geistlicher Personen. Es sind folgende:
1. Das Leben des Hilarius, jenes in der Geschichte des Arianismus so berühmten Bischofs von Poitiers und standhaften Vertheidigers des Athanasianischen Glaubensbekenntnisses, der unsern Dichter schon deshalb näher interessiren musste, als er in der Stadt die bischöfliche Würde bekleidete, in welcher dieser selbst seinen bleibenden Aufenthaltsort gefunden, und dessen in den Gedichten desselben schon namentlich da rühmlich gedacht wird, wo der Name Poitiers vorkommt(II, 16; VI, 7, 214— 22; VIII, 1, 13— 20; Vita s. Mart. I, 123— 143). Die Biographie steht bei Surius I, 246— 71 und ist in zwei Abtheilungen getheilt; die zweite führt den besondern Titel de miraculis s. Hilarii; jede hat eine besondere Vorrede an den Bischof von Poitiers Pascentius, der vorher Abt an der Basilika des h. Hilarius daselhst gewesen war(Greg. Tur. IV, 18) und unsern Fortunatus gebeten hatte das Leben des erwähnten zu beschreiben(vgl. die Vorrede zum 1. Buch: me dignatus es perurgere, quo de actibus sacratissimi viri Hlilarii confessoris... etsi non plene, vel quædam ex parte complexa perstringerem).
2. Das Leben des Confessors Albinus(a. a. O. II, 1—5); dieser Biographie erwähnt Gregorius von Tours de glor. confess. c. 96: Albinus autem confessor, cuius nuper vite liber a Fortunato conscriptus est presbytero; wahrscheinlich ist dieser Albinus dieselbe Person mit dem XI, 24, 10 genannten, der ein Freund unsers Dichters gewesen zu sein scheint. An wen der vorstehende Prolog gerichtet, ist unbekannt.
3. Die Vita des Germanus, Bischofs von Paris(bei Surius III, 471— 84); ihrer erwähnt Greg. Tur. X, S bei Erwähnung des Todes des Germanus, der 576 starb, und dieses ist die einzige Stelle seiner fränkischen Geschichte, an der er des Fortunatus gedenkt. Germanus war ein Freund desselben, wie wir dies namentlich aus VIII, 2 sehen, wo er uns erzählt, dass er sich einer erhaltenen Einladung gemäss zu ihm begeben habe; schon in dem an den Clerus in Paris gerichteten Gedichte II, 19 hatte er ihn gepriesen,
namentlich seine Beförderung der Kirchenmusik und des Kirchengesanges hervorgehoben(Vers 49— 62).
4. Das Leben des Severinus, Bischofs von Bordeaux, hat zwar Fortunatus nach Greg. Tur. de gloria confess. c. 45(vitam tamen huius, postquam hæc scripsimus, a Fortunato presbytero conscriptam cogno- vimus) beschrieben, es ist aber nicht auf uns gekommen oder wenigstens noch nicht aufgefunden worden; in den Gedichten geschicht jenes Severinus keine Erwähnung.
5. Die Vita des h. Medardus, Bischofs von Noyon(a. a. O. III, 658— 70); sie hat Zusätze von späterer Hand erhalten.— Ob die Biographie des Maurilius, Bischofs von Angers(a. a. 0. V, 226— 233) wirklich von Fortunatus sei, mag wenigstens bezweifelt, wenn nicht gradezu geläugnet werden, da nach Surius Angabe zwei Handschriften ihn nicht als Verfasser nennen, die von Surius selbst aber für die Verfasserschaft unsers Dichters beigebrachten Gründe, die Autorität des Trithemius nehmlich und die Ahnlichkeit des Styls, noch nichts beweisen.— Noch ist von Fortunatus ein ganz kurzer auf Bitten des Bischofs Egidius von Reims verfertigter Auszug aus der Biographie des berühmten Remigius von Reims


