Aufsatz 
Über das Leben des lateinischen Dichters Venantius Honorius Clementianus Fortunatus / von Thomas Bormann
Entstehung
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Briefen an ihn und im 1. Gedichte desselben Buchs auch als seinen Freund rühmt. Von Gregor wird unser Dichter bei verschiedenen Gelegenheiten zur Bethätigung seines dichterischen Talentes aufgefordert; wir sehen dieses im allgemeinen aus dem schon erwähnten Briefe, der dem 1. Buche der Gedichte vorangeht: unde vir apostolice, prædicande papa Gregori, quia viriliter flagitas ut quædam ex opusculis imperitig meæ tibi transferenda proferrem, nugarum mearum admiror te amore seduci; quæ cum prolata fuerint, nec mirari poterunt nec amari; im einzelnen aus der Überschrift des Gedichts auf die Cellula des h. Martin I, 5, das er auf Gregors Bitte verfasst, und aus den Zueignungsworten des 4. Gedichtes des 5. Buches(instigas, pater opime, seria curiositate, sincera tamen dulcedine, carmine elinguem proloqui et currere pigrum versu pedestri atque de laude laudabilis et apostolici viri domni Axviti pontiſicis ex eventu occasionis illate etsi non aliqua comte saltem comiter prælibare; cum in me non inveneris quod dictionis luculentia diligeres, sed deleres, et ut ipse mei sum conscius, habeas apud nos non tam quod probes quam quod reprobes, præsertim cum instans portitor per verba sigillatim hianti fauci cadentia quasi gravis exactor non in me tam fenora solvere cogeret quam impensaret), welches die durch Avitus, Bischof von Auvergne, den Lehrer des Gregorius, bewirkte und von letzterem selbst V, 11 erzählte Bekehrung der Juden(agmina Manzara) verherrlicht, gegen welche die Christen sich am Himmelfahrtstage in einem Aufstande erhoben hatten, wobei ihre Synagoge zerstört wurde. Da dieses Ereigniss 576 sich zutrug, so muss das Gedicht um diese Zeit geschrieben sein. Ja dem Gregor haben wir es höchstwahr- scheinlich gradezu zu verdanken, dass Fortunatus seine Gedichte, auf die er nicht viel Werth gelegt zu haben scheint, öffentlich bekannt machte; denn wenn wir die Schlussworte des oben angeführten Briefes nicht für einen rhetorisch übertriebenen Ausdruck der Bescheidenheit halten wollen, so hatte es des stärksten Antriebes und der dringendsten Bitten von Seiten Gregors bedurft, um unsern Dichter zur Herausgabe seiner Poesien zu bewegen: sed quoniam humilem impulsum alacriter acrius renitentem sub testiſicatione divini mysterü et splendore virtutum beatissimi Martini coniurans hortaris sedulo ut contra pudorem meum deducar in publicum, me in meis frivolis arbitro scabrosi operis ignorantiam conſitente, quod aliis poscentibus patefacere distuli, obediendo cedo virtuti, hoc saltem obtemperandi vicissitudine repressus ut, quia hæc favore magis diligantur quam iudice, aut tibi innotescentia relegas aut intimorum auribus amicaliter quæso conlatura committas. Ebenso hatte Gregor ilm aufgefordert ein Gedicht in sapphischen Strophen zu schreiben IX, 7, 16:

Corde iucundo, calamo venusto

Litteras mittis, cupiente voto

Blanda conscribens seriæ salutis,

Care Gregori!

Exigens nuper nova me movere

Metra quæ Sappho cecinit decenter und sein Werk über die Wunder des h. Martin metrisch zu bearbeiten; vgl. den Brief an ihn am Anfang der vita s. Mart. cum iusseritis autem ut opus illud Christo præstante, intercessionibus domni Martini, quod de suis virtutibus explicuisti, versibus debeat digeri, id agite ut ipsum mihi relatum iubeatis transmitti. Die Gedichte 13 23 des 8. Buches sind alle an ihn gerichtet; im 13. schreibt ihm der Dichter von seiner Krankheit; im 14. und 15. bittet er ihn um Schutz für die Nonne Justina; im 21. und 22. dankt er ihm für die verliehene Benutzung eines an der Vienne(NVigenna) liegenden Landguts und im 23. für ein andres Geschenk; im 15. Gedicht des 10. Buchs ersucht er ihn um seine Verwendung für die Freilassung

zweier von königlichen Beamten gefangen gehaltener Mädchen. . 3