Aufsatz 
Über das Leben des lateinischen Dichters Venantius Honorius Clementianus Fortunatus / von Thomas Bormann
Entstehung
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Quem prius irrigua recrearas ditior unda, Nec modo Castaliis redditur haustus aquis. 12, 63 72: Tempora lapsa vides neque longa silentia rumpis; Me quoque ne recrees, ad mea damna taces. Non ita rebar ovans, postquam Germania nostros Contulerat visus, ut resiliret amor; 4 Credideram potius, quantum se tenderet ætas, Ut vestri affectus se duplicaret opus. Heu! magis, ut video, vota in contraria currum; Tempora longantur, sed breviatur amor;. An quantum ex oculo tantum tibi corde recedo, Et tam longe animo quam sumus ambo loco! v. 105. 106:

Misimus ah quoties timidis epigrammata cartis,

Et tua, ne recreet, pagina muta silet. Mit Dynamius, Statthalter in Massilia, stand unser Dichter wenigstens in Briefwechsel VII, 11 und 12; schon auf seiner Reise hatte er von ihm gehört, und dies ermutigte ihn seine persönliche Bekanntschaft zu machen, 12, 35 f:

Partibus Itali advecto mihi Rhenus et Ister

Quem cecinere prius quam daret ipse locus;

Insignem specie, celsum lare, lege sagacem,

Omnibus æqualem spe, sale, pace, ſide;

Incidit unde mihi, fateor, te forte videndi

Arctoi, gelida sub regione calor. Durch die freundschaflliche Verwendung der genannten Männer, besonders des Lupus und Gogo, gelang es nun unserm Dichter leicht den Schutz und die Gunst König Sigiberts selbst zu erlangen. Einer persönlichen Zusammenkunft mit dem Könige gedenkt er VI, 10, als er während der schon oben erwähnten Moselreise den König bat ihm sein geraubtes Fahrzeug wiederherausgeben zu lassen v. 33. 34:

Navita cum veniens refero mea tristia regi,

Risit et ore pio iussit adesse ratem. Uberhaupt zeigt er sich uns in seinen Gedichten als einen Mann, der es verstand jedem, mit dem er in Berührung kam, etwas angenehmes zu sagen und in seinen Beziehungen zu andern namentlich hochgestellten Personen alles, was unangenehm berühren konnte, zu vermeiden oder leise darüber hinwegzugleiten; der den geistlichen und weltlichen Würdeträgern gern Weihrauch streut und es dabei mit der einfachen strengen Wahrheit nicht sehr genau nimmt; so überhäuft er einen Charibert(VI, 4), einen Chilperich, eine Frede- gunde(IX, 1) mit wahrlich sehr unverdienten Lobsprüchen; da wo er den Tod der Galsuinta erzählt, 'stellt er sich, als wisse er gar nichts von den Urhebern dieser Frevelthat, die doch alle Welt recht gut kannte(VI, 7, 251 f.). Ob er auch von den neustrischen Königen Beweise der Gewogenheit erhalten, darüber finden sich in seinen Werken keine Andeutungen; doch ist es höchst wahrscheinlich, dass Könige wie Charibert und Chilperich, die er wegen ihrer Kenntniss der lateinischen Sprache, deren letztern er

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