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daß zur freien Thätigkeit und fortſchreitenden Bildung des Geiſtes ein geſunder Körper nöthig iſt.
Zur Erhaltung und Beförderung der Geſundheit gibt uns die Diaätetik eine von jedem ſorgſamen Vater, von jeder liebreichen Mutter oft mit großer Aengſtlich⸗ keit befolgte Anweiſung, die in den erſten Jahren der Kindheit meiſtens nur negativer Natur iſt und auch ſein muß. Schreitet aber der Körper in ſeiner Ausbildung weiter, iſt er genöthigt, viele von Außen ihn afficirende Eindrücke, z. B. des Klimas, der Witterung zu ertragen, ſoll der Körper zur Ausübung mancher mechaniſcher und Kunſtfertigkeiten geſchickt gemacht werden; ſo müſſen die Regeln der Diätetik, um dem Körper zugleich Ausdauer und Gewandtheit zu verſchaffen, in einem größern Maßſtabe zur Ausübung kommen, und dieſer Gedanke führt uns auf die ſo häufig vernachläſſigten und ſo verſchiedenartig beurtheilten gymnaſtiſchen Uebungen.
Welch' hohen Werth die Alten auf die Gymnaſtik legten, mit welchem Eifer dieſelbe bei ihnen getrieben wurde, lehrt die ganze Geſchichte derſelben, wenn man ſie auch nur oberflächlich betrachtet.
Urſprünglich mag wohl bei Einführung dieſer Uebungen die Haupttendenz ge⸗ weſen ſein, den Körper geſchickt zu machen, die Waffen zur Vertheidigung des Vater⸗ landes gebrauchen zu können, welche Rückſicht beſonders in den Zeiten des Mittel⸗ alters um ſo nothwendiger genommen werden mußte, da jeder mit dem Schwerte ſich Recht zu verſchaffen ſuchte, manche ſogar, ohne das mindeſte Recht, andere mit bewaffneter Hand angriffen. Dieſes Fauſtrecht, wenn man es ein Recht nennen kann, führte natürlich, da man zu keiner Zeit vor räuberiſchen Anfällen ſicher ſein konnte, die Nothwendigkeit herbei, ſtets zum Gebrauche des Schwertes, der Lanze ꝛc. bereit zu ſein. Dieſe Nothwendigkeit des Waffengebrauches mag wohl auch bei den alten Griechen die erſte Triebfeder zur Einführung der gymnaſtiſchen Uebungen geweſen ſein. Ich ſage, die erſte Triebfeder, denn daß das eben Geſagte ſie nicht allein war, dafür ſpricht die geſammte griechiſche Bildungsweiſe. Die Griechen befolgten den Grundſatz, daß zur Bildung eines vollkommenen Menſchen die harmoniſche Ausbildung des Geiſtes und Körpers gefodert werde.
Zur körperlichen Vervollkommnung dienten ihnen die gymnaſtiſchen Uebungen, welche in ihrem vollen Glanze zeigen zu können, die feierlichen und öffentlichen Spiele eingeführt wurden. Wer kennt nicht die außerordentlichen Wirkungen, welche die Olympiſchen, Pythiſchen, Nemeiſchen und Iſthmiſchen Spiele nicht bloß in phyſiſcher, ſondern auch in ethiſcher Beziehung auf ganz Griechenland äußerten? Die Uebungen machten den Körper der Jüngliche geſund, ſtark und kräftig, gaben den Gliedern Gelenkigkeit und Ebenmaß; mit welchen Vortheilen aber auch andere, die das geſellige und politiſche Leben betrafen, verknuͤpft waren. Ehe nämlich die Spiele begannen, wurde bekanntlich in ganz Griechenland ein Waffenſtillſtand ausgerufen, damit die Hellenen in größtmöglichſter Anzahl ſich ſo ungeſtört als möglich verſammeln könnten.
Wer an den Kämpfen Theil nehmen wollte, mußte von unbeſcholtenem Rufe


