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Nüancen, ſo wird jeder Zweifel ſchwinden, daß auf dieſen Unterrichtsgegenſtand nicht mit Geringſchätzung dürfe geſehen, daß derſelbe vielmehr mit großer Wärme und Sorgfalt müſſe gepflegt werden.
Denn obgleich in dem öffentlichen Leben weniger eine ausgezeichnet ſchöne Schrift verlangt wird, ſondern daſſelbe vorzüglich der Uebung im Schnellſchreiben bedarf; ſo muß deßungeachtet die Schönſchrift darum berückſichtigt werden, weil die⸗ ſelbe dazu dienen muß, obigen Zweck zu erreichen zu können. Erſt durch Beob⸗ achtung feſter Regeln im Schreiben, welche im calligraphiſchen Unterrichte gelehrt werden, kann ſich eine deutliche und feſte Handſchrift bilden und erſt, wenn dieſe erworben iſt, die Uebung im Schnellſchreiben von Erfolg ſein.— Hierbei tritt freilich ein Umſtand oft hindernd in den Weg, daß nämlich, ehe ſich durch Uebung im regelmäßigen Schreiben bei dem Schüler eine deutliche und feſte Handſchrift ge⸗ bildet hat, demſelben zu viel zum Schreiben aufgegeben wird, und hierbei nur die Maſſe des zu Schreibenden beachtet, ohne auf eine regelmäßige und deutliche Schrift zu ſehen. Noch ſteht einer deutlichen und feſten Handſchrift die frühe Angewöhnung einer kleinen Schrift entgegen, bei der ſich ein feſter Charakter der einzelnen Buch⸗ ſtaben nur unvollkommen bilden kann, die gar leicht in Unbeſtimmtheit der Schriftzüge übergeht, welche Unbeſtimmtheit mit dem vorrückenden Alter und dem ſteigenden Bedurfniß des Schnellſchreibens immer mehr zunimmt; ein Uebelſtand, welcher ver⸗ ſchwindet, wenn man ſich frühzeitig in großen Schriftzügen zu ſchreiben gewöhnt.
Mit Recht wird daher auf unſern Schulen viel Gewicht nicht bloß auf das Schönſchreiben gelegt, ſondern auch, bei dieſem ſowohl, ſowie bei den häuslichen Arbeiten, auf eine große und deutliche Schrift geſehen.
Zeichnen.
Auch in dieſem Unterrichtsgegenſtande hat man in neueren Zeiten auf unſern Anſtalten eine für das praktiſche deben höchſt bedeutende und einflußreiche Reform vorgenommen. Denn neben dem in frühern Zeiten einzig und allein nach Vorlege⸗ blättern Statt findenden Zeichnen, welches ſich bloß auf menſchliche Figuren, Thiere, Blumen und Landſchaften beſchränkte, durch welches Zeichnen freilich, bei zweck⸗ mäßiger Methode, ein nicht unbeachtet zu laſſender Vortheil, ich meine die Bildung des Schönheitsſinnes, erreicht werden kann, hat man in dieſen Unterricht das geo⸗ metriſche Zeichnen, Gegenſtände der Architectur und jede Anwendung auf techniſche Gegenſtände aufgenommen, und ſo dem Schüler Gelegenheit gegeben, ſich in jedem zu ſeinem künftigen Lebensberufe beſonders eignenden Theile dieſer Kunſt einige Fer⸗ tigkeit zu erwerben.
Aber auch ohne feſten Gedanken an ein künftiges Fachſtudium iſt ſchon mancher Jüngling durch dieſen Unterrichtsgegenſtand auf ſein eigentliches Talent, welches


