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Vortrage und den nöthigen Hilfsmitteln, die Elemente der mathematiſchen Geographie verſtehen können. Man möge daher die Hauptpunkte dieſes Theils der Geographie von dem Vortrage derſelben in dem erſten Jahre nicht ganz ausſchließen.
Zur Geographie gehört aber ein großer Umfang von Lectüre, wenn ſie ſich nicht auf ein bloßes Namensregiſter beſchränken ſoll. Die verſchiedenen Völker nach ihren Sitten und Gebräuchen lebendig zu ſchildern, ihren geſellſchaftlichen Zuſtand, ihre bürgerliche Verfaſſung, Religion, Sprache, Handel, religiöſe Meinungen ge⸗ fällig und anziehend der Jugend darzuſtellen, iſt Aufgabe des Lehrers der Geographie. Hierbei iſt nicht nöthig, bei Aufzählung der Städte verſchwenderiſch zu ſein, wenn ſich nicht ſo viel von ihnen erzählen läßt, daß ſich Ideen an die Namen derſelben anknüpfen, welche ohne dieſelben bald wieder würden vergeſſen werden. Zu den Hilfsmitteln des geographiſchen Unterrichts gehören vor Allem ein Erdglobus und möglichſt große Wandcharten. So vorgetragen, beſonders wenn der Schüler außer⸗ dem noch nicht in den Stand geſetzt wird, durch Lectüre aus Bibliotheken, durch der Jugend angemeſſene Reiſebeſchreibungen, ſeine Kenntniſſe in derſelben zu vervoll⸗ kommnen, wird ſie ihm, mag er ſich dieſen oder jenen Beruf wählen, nicht nur für ſeine Exiſtenz die größten Vortheile gewähren, ſondern auch für die formelle Verſtandesbildung von großer Bedeutung ſein, wird dem jugendlichen Gemüthe eine gewiſſe auf Großes und Erhabenes gerichtete Einbildungskraft anbilden, ein Punkt, der bei der Erziehung nicht ganz außer Acht gelaſſen werden darf.
Geschichte.
Ein für die Verſtandes⸗ und moraliſche Bildung höchſt wichtiger Lehr⸗ gegenſtand, ein ſolcher, worin der Lehrer die meiſte Veranlaſſung findet, auf die geſammte Geiſtesrichtung einzuwirken, iſt der geſchichtliche Unterricht. Dieſes aner⸗ kennend hat man in unſern Gelehrten⸗Anſtalten einen außerordentlichen wohlverdienten Werth auf dieſen Unterrichtszweig gelegt, obgleich, nach dem eben Geſagten, je nach den individuellen Gedanken, Anſichten, Lieblingsneigungen des vortragenden Lehrers, manches in dieſen Unterricht kann verwebt werden, was, vom eigentlichen Standpunkte des geſchichtlichen Unterrichts aus betrachtet, ganz aus demſelben ver⸗ bannt werden muß. Dieſer in unſern ſowohl in politiſcher als religiöſer Hinſicht aufgeklärten Zeiten wohl nicht leicht Statt habende Mißbrauch des geſchichtlichen Vortrags darf jetzt als entfernt betrachtet werden.
Was gibt denn nun der Geſchichte den außerordentlichen Werth? Geſchichte beſchäftigt ſich, etymologiſch auf das Wort ſehend, mit dem, was geſchehen iſt; Menſchengeſchichte, in welchem Sinne hier das Wort zu verſtehen iſt, alſo mit dem, was unter den Menſchen ſich Merkwürdiges zugetragen hat.
Dieſe Erklärung bedürfte mancherlei zu erörternden Einſchränkungen, welche


