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Geographie.
Dieſe, als die Lehre von der pbyſiſchen und bürgerlichen Beſchaffenheit der Erde und in erſter Beziehung manches mit der Naturbeſchreibung gemein habend, tritt ebenfalls in die Reihe der öffentlichen Lehrgegenſtände; denn es werden ihr durch alle 4 Claſſen der Pädagogien wöchentlich 2 Unterrichtsſtunden angewieſen. Noch gehört, um dieß hier gleich anzuſchließen, eine dritte Wiſſenſchaft, die ſoge⸗ nannte mathematiſche oder aſtronomiſche Geographie, in den Bereich dieſes Unter⸗ richtsgegenſtandes. Eine Erklärung dieſer einzelnen Theile gehört nicht hierher.
Was aber die Methode und den ſtufenweiſen Fortgang dieſes Unterrichts an⸗ belangt, ſo herrſchen hier wieder verſchiedene ganz entgegengeſetzte Meinungen, die nach der jedesmaligen individuellen Lieblingsneigung, ſo wie nach den Vortheilen, welche ſie für den zu wählenden Stand des Schülers gewähren ſoll, ſich richten, wonach der Eine die mathematiſche, der Andere die phyſiſche und ein Dritter die politiſche Geographie beſonders will hervorgehoben haben. Der Eine ferner, auf den gegenwärtigen Zuſtand des geſellſchaftlichen Lebens in ſeinem Vaterlande blickend, wünſcht, daß beim Vortrage der Geographie mit dieſem, an Umfang oft ſehr geringen Lande, der Anfang gemacht werde, und um dieſes, in den gemeinſchaft⸗ lichen Mittelpunkt geſetzt, die übrigen Länder in gleichſam ſich immer weiter entfer⸗ nenden concentriſchen Kreiſen ſich bewegten; während der Andere, beſonders Rückſicht auf die alte Geſchichte nehmend, verlangt, daß Länder, die, von ſeinem Vaterlande weit entfernt, in fremden Erdtheilen liegen, beim Anfange des geographiſchen Unter⸗ richts beſonders hervorgehoben werden ſollen. Mag man aber auch, nach den jedesmaligen Verhältniſſen und beſondern Rückſichten einer Anſtalt, in der phyſiſchen und politiſchen Geographie, denn beide ſind nie ganz zu trennen, mit dieſem oder jenem Lande den Unterricht beginnen, ſo hat dieß, bei ſonſt geordnetem Vortrage, weiter keinen beſonderen Einfluß auf das Erlernen der Wiſſenſchaft ſelbſt, da hierbei, nicht wie es bei dem rein⸗mathematiſchen Unterrichte der Fall iſt, wo jeder Satz erſt wieder auf einen ſchon vorhergegangenen bekannten Satz zurückgeführt werden muß, faſt jeder einzelne Theil, verſteht ſich bloß in geographiſcher Hinſicht, für ſich ein abgeſchloſſenes Ganze bildet.
Der geographiſche Curſus beginnt mit der unterſten Claſſe des Pädagogs und endigt mit der erſten Claſſ. Da nun die Schüler der vierten Claſſe im Durch⸗ ſchnitt zehn Jahre zählen, ſo verfällt man gar leicht in den Wahn, die mathema⸗ tiſche Geographie liege ganz außer der Sphäre ihrer Intelligenz und verſchiebt den Unterricht in derſelben auf ſpätere Jahre. Dieß beruht aber auf einer falſchen Vorausſetzung, indem man denjenigen Knaben, die für fähig gehalten werden, aus der Elementar⸗Schule entlaſſen zu werden, um eine gelehrte Anſtalt zu beſuchen, ſo viel Verſtandesreife zutrauen muß, daß ſie, bei populärem und anziehendem


