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B. Das Oberbruch als Schutzwehr.
I. Verlauf.
Einem Festungsgraben vergleichbar zieht das Bruch von jenseits des Stralenberger Hofes bis zum Mühlgraben als breite, stellenweise recht tiefe Mulde, meist gefüllt mit lockerem Boden und bis auf die jüngsten Entwässerungen sehr wasserreich. War auch der alte Sumpfboden in der Mitte des XIV. Jahrhunderts schon vielfach in Pflanzenländer und Wiesen verwandelt, so stellte er doch gewiſs, damals und später, dem Eindringen gewappneter Reiter ein wirksames Hindernis entgegen und würde wohl auch in seinem heutigen Bebauungszustand das Gleiche thun. Die Aâuſsere Grenze dieses Schutzgeländes bildete der südliche Randgraben, der vielleicht ursprünglich durchweg vorhanden war. Jedenfalls wurde das Lehengut an seiner Südseite von den Oberräder und Sachsenhäuser Gütern durch den Stralenberger- oder Lehengraben geschieden, der jetzt beim Dorfe teilweise beseitigt ist. Auch westlich der Goldbach fehlt jetzt dieser Graben auf eine Strecke. Ein nôrdlicher Randgraben bestand vom Quergraben im Stralenberger Gut an. An den Lahnleben, wo er jetzt fehlt, verraten ihn Spuren im Gelände und in Darstellungen. Beide Randgräben nimmt der Mühlgraben auf, der schon damals von der Deutschherren- mühle kommend, quer über das Bruch zum Stadtgraben floſs ¹). Die Gräben, damals viel wasserreicher als jetzt, mufsten, besonders wenn sie vom Hofe und von der Stadt aus in gutem Stande gehalten wurden, die Unzugänglichkeit des Bruchs bedeutend erhöhen.
II. Durchgänge.
1. Triebweg-Schäfergasse(52): Brücke über den Lehengraben. Schlag aus späterer Zeit bezeugt ²).
2. Speckweg(54): Brücke ebenso ³⁵). Schlag unbekannt.
3. Mühlbruchweg(5): Drei Brücken, über Nord-, Süd- und Mühlgraben. Bel.-Pl. zeigt beim ersten eine Steinbrücke, beim zweiten eine(abnehmbare?) Bohlenbrücke ohne Geländer, nôrdlich derselben einen Schlag⁴). Die dritte Brücke, durch jüngere Darstellungen) verbürgt, fehlt, da der Zeichner den Mühlgraben mit dem Südgraben zusammengeworfen hat.
C. Das Mittelbruch als Schutzwehr.
I. Verlauf. Das Mittelbruch rechne ich vom Mühlgraben zur Oppenheimer Straſse.
a. Ostliches Mittelbruch.
Der östliche Teil desselben bis zum Bruchbrunnen, ist die schwächste und zugleich die gefährdetste Stelle des ganzen Bruchs. Einerseits ist hier die Tiefe durch Aufschwemmung vom Berge her vermindert, die Grâben aber fehlen, soweit unsere Kenntnisse rückwärts reichen, weil der Mühlgraben alles Wasser aus dem Oberbruch abführt, während ein neuer Wasserlauf erst mit dem Bruchbrunnen beginnt; andererseits vereinigen sich hier die sechs Strafſsen, von denen die Offenbacher und Mörfelder nahe am Bruch herziehen. Hier war daher eine Befestigung am notwendigsten. Sie hatte zum Mittelpunkt den Schlag auf dem
¹) Südrandgraben und Mühlgraben, soweit er diesem parallel läuft, sind die beiden„flossen“ zwischen
denen 1399 die Hohenroder Gärten liegen. Fichard Hdschr. JJ.— ²) Riß im Arch. I(XVIII. Jhdt?)— ³) O. Gdr. 1733.— ⁴) Auch M. I. 17.— ⁵) Z. B. Felsing, geom. Grdr. v. Fft. 1819.


