16
Steinweg am Nordrande des Bruchs, von welchem sie nach Osten und Westen lief. Genauer wird sie als Zingel bezeichnet¹). Nach ihr heiſst das Mittelfeld auch Zingelfeld ²); ein Acker im„Zingelfeld“, der auf das Bruch stöfst, wird 1599 erwähnt ³) und noch 1646 heiſst die Gegend zwischen Steinweg und Bruchbrunnen„im Zingell“⁴). Die Bedeutung„der“ oder„die Zingel“=„äufsere Verschanzung einer Stadt oder Burg), paſst auf eine Befestigung, die vor den Mauern Sachsenhausens dessen Vorstadt am Steinweg nebst anliegendem Gelände einschloſs, und wenn 1381 und 1442 von einer verschlieſsbaren Zingel auf dem Steinweg die Rede ist, so fand ihr Verschluſs eben mittelst des dortigen Schlages statt.— Zur Herstellung einer Zingel sind Pfähle und Eisenwerk nötig. Einmal werden 67 kleine und 38 grofse Riegel zu einer Zingel erwähnt ⁵). Eisenwerk wurde 1442 von der Zingel am Steinweg abgebrochen ¹).
Da der Nordrand des Bruchs westlich vom Steinweg sicher, östlich möglicherweise die Grenze gegen den Wald bildete, so könnte man vermuten, die Zingel sei vor 1372 an ihm entlang gezogen. Aber ihr Dasein vor dieser Zeit ist eine bloſse Möglichkeit. Nach späteren Darstellungen läuft eine Einfriedigung im Osten neben Steinweg und Offenbacher Strafse zum Mühlbruchschlag, im Westen erst neben dem Steinweg(oder neben dem Pfad am Deutschherrengarten?), dann neben Morfelder Straſse und Bruchbrunnenweg zum Bruch. Die westliche Strecke umfaſst gerade die Gegend wo es„im Zingell“ hieſs. Diese Einfriedigung besteht auf M. I. 17 aus einer buschigen Hecke mit einzelnen Bâumens). Die 1787 vorhandenen Sperrvorrichtungen am Hedderichgäſschen und Bruchbrunnenweg*⁹) liegen dicht an der Mörfelder Strafse. Auf dem Belagerungs-Plan, der älter ist, als M. I. 17, aber vieles zerstört zeigt, läuft von der Stelle der Pforte im Steinweg zum Mühlgraben eine Mauer, damals gleich der Vorstadt und der Pforte am Steinweg aus militärischen Gründen vom Rate niedergelegt. Diese Mauer setzt sich aber nach rückwärts fort, sowohl am Steinweg bis zur Affenpforte, als am Mühlgraben bis zum Wasserhof am Mühlbruchweg, auf letzterer Strecke einmal durch einen Holzzaun unterbrochen. Es wird hierdurch ein Viereck eingeschloſsen, dessen Nordseite sich an den letzten Abschnitt des Mühlgrabens und den Stadtgraben lehnt. Nur der Weg am Stadtgraben(37) durchbricht die Mauer mittelst je einer(nicht zerstorten) Pforte im Westen und Osten. Westlich vom Steinweg befindet sich innerhalb der Steinwegpforte ebenfalls eine zerstörte Mauer, aufserhalb ein Holzzaun; an der Mörfelder Straſse aber kein Einschlufs. Der Nordrand des Bruchs zeigt keinerlei Befestigung.
Die Sicherheit der Gegend westlich vom Steinweg wurde erheblich verstärkt durch das deutschherrische Gartenhaus mit seinem ummauerten Garten¹⁰) und den Brommenhof mit seinem Weiher. Auch diesen Hof konnte der Rat vertragsmaäſsig zur Verteidigung benutzen ¹¹), wie er daselbst z. B. 1426 vier Tage lang einen Feuerschützen besoldete„in warnunge czu huden“¹²). Die gleiche Verpflichtung lastete auf dem Hynspergischen
¹) Rb. 1381 F. 58 b.— Bumb. 1413 F. 20 b wird gearbeitet an dem Mäuerchen„an der czingelu nydewendig sant Wendelin an dem garthuse“; s. auch Bumb. 1442 F. 66 b.— ²)„Secundus campus dicitur das Zingelfeld, qui jam destructis cancellis illis dici potest das Mittelfeld“. Batt. I. 18 nach lib. jur. canon. F. 12 ohne Jahr. Battonn leitet die Benennung(mit Recht?) von der Umzäunung einzelner Güter im Mittelfeld ab.— ³) Insatzb. 247(Kgk. M. VII. 206).— ⁴) Uglb. B. 84 No. 150 S. 29.— ⁵) Lexer, Wörterb.— ⁶) Rb. 1499.—) Bumb. 1442 F. 66 b.— ³) Eine ähnliche Hecke läuft am Nordrand des Bruchs vom Eingang des Brommenhofs zum Bruch-
brunnenweg.— ¹⁹) Riß der Mörfelder Str. 1787.— ¹⁰) Mauer erwähnt 1409, Uglb. A. 93 A.-Ee.— ¹¹) Revers 1398 in Hausurk.— ¹²) Rb. 1426 nach Fich. Hdschr. JJ.


