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überall durch den Hinblick auf die End⸗ und Zielpunkte bedingt. Wenn die einzelnen Klaſſenſtufen auch in gewiſſem Maße Selbſtändigkeit beſitzen, ſo ſind ſie doch in erſter Linie Stufen allmählicher Vorbereitung zur oberſten Stufe, in welcher die eigentliche Idee des Ganzen den vollen und reinen Ausdruck findet. Wenn einzelne Anſtalten, wie das bei mit Alumnaten verbundenen Gymnaſien vorkam, die unterſten Klaſſen von ihrem Lehrplane ausſchloſſen und etwa gleich mit der Quarta be⸗ gannen, ſo hörten ſie darum nicht auf, Gymnaſien zu ſein: eine gymnaſiale Lehranſtalt ohne Prima wird auch in weiteren Kreiſen nicht als Gymnaſium betrachtet. Es bedarf daher eigentlich gar keiner weiteren Auseinanderſetzung darüber, daß ſich die der höheren Schule geſtellte Aufgabe nur an den Schülern wirklich erfüllt, welche ſie bis zur Vollendung des ganzen Kurſus beſuchen, und daß nicht die Geſammtfrequenz, nicht die Frequenz der unteren und mittleren Klaſſen über ihre Wirkſamkeit giltiges Zeugnis ablegt, ſondern der Beſuch der Prima, die Zahl der Abiturienten. Selbſtverſtändlich wird immer eine anſehnliche Zahl Schüler der unterſten Klaſſe die oberſte nicht erreichen, ſei es, daß ihre geiſtigen Kräfte ſich als unzulänglich erweiſen für die Bewältigung der Aufgabe, ſei es, daß ſie durch Mangel an ſittlicher Kraft zurückbleiben, oder daß beſtimmter hervortretende ſpezielle Begabung ſie auf die Sonderwege der Fachſchulen abruft. Aber dieſe unterwegs Abfallenden dürfen nicht die Mehrzahl bilden: es ſollte mindeſtens die größere Hälfte am Ziele der Wanderung anlangen. Wäre das Verhältnis ein anderes, bliebe für die oberſte Schulſtufe nur die Minderzahl übrig, abſolvierte nur der geringere Theil den Kurſus im Maturitätsexamen, ſo wäre auf irgendwelche Mängel zu ſchließen, ſei es in der Organiſation durch die Leitenden oder in der Benutzung der dargebotenen Bildungsanſtalten durch das Publikum.
Welche Schulen kommen nun hier in Frage? Zuvörderſt das Gymnaſium. Daß es von denen beſucht wird, welche eine im ſtrengeren Sinne wiſſenſchaftliche Bildung ſich erwerben und wohl auch im Leben Berufsgebiete betreten wollen, die ſich auf wiſſenſchaftlichem Grunde erbauen, weiß jeder, und die öffentliche Meinung ſteht noch immer, geſtützt auf die Erfahrung von Jahrhunderten, dem Gymnaſium darin zur Seite, daß ſie ihm die erſte Rolle unter den allgemein vorbereitenden Schulen zuerkennt. Auch der Verfaſſer dieſer Blätter bekennt ſich zu der Ueberzeugung, daß das Gymnaſium in dieſer Stellung, in der es ſo überaus Großes für die deutſche Geiſtesbildung geleiſtet hat, nicht erſchüttert, ſondern befeſtigt werden ſoll, was freilich nicht beſagen will, daß man lediglich den status quo erhält und Verbeſſerungen mürriſch aus dem Wege geht. Wenn es dagegen früher zweckmäßig erſchien, das Gymnaſium auch in der Weiſe als allgemeine Vorbildungsanſtalt zu benutzen, daß die Söhne der gebildeteren Bevölkerungsklaſſen dasſelbe, auch wenn ſie nicht zu ſtudieren ge⸗ dachten, doch bis in die Mittelklaſſen beſuchten, um dann nach der einen oder andern Richtung ins praktiſche Leben überzugehen, ſo wird das wohl für unſere Tage nicht mehr als empfehlenswerth be⸗ zeichnet werden und wird höchſtens an ſolchen kleineren Orten als zuläſſig erſcheinen können, wo neben einem Gymnaſium älterer Stiftung eine ſonſtige höhere Schule nicht beſteht und nicht beſtehen kann. Die langbewährte Wirkſamkeit des altſprachlichen Unterrichtes auf die Entwickelung der Geiſteskräfte ſoll nicht im mindeſten verkannt, ja es ſoll nicht einmal beſtritten werden, daß für dieſen grundlegenden Unterricht ein voller Erſatz bisher noch nicht aufgefunden worden iſt: und doch darf man jenem früheren Brauche und darf daher auch nicht den organiſatoriſchen Geſtaltungen das Wort reden, welche ihn aufrecht erhalten helfen. Auf dieſe können wir an dieſer Stelle noch nicht gut eingehen, aber es darf wohl vorläufig bemerkt werden, daß der oben aufgeſtellte pädagogiſche Grund⸗


