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gewicht: die Übelſtände in der Jugenderziehung, welche als Folgen der äußeren Lebensverhältniſſe erſcheinen, würden ſich eher überwinden laſſen. So iſt'’s aber der Geiſt der Zeit, welcher in Wahrheit hindert, während er mit allem Aufwand an Mitteln fördern will, und die Schuld der Einzelnen iſt inſoweit geringer, als ſie eben ſich nicht außerhalb der Zeit⸗ ſtrömung und gegen ſie zu ſtellen vermögen. Völlige Heilung der Schäden wird darum nicht gehofft werden können, aber wohl mag die Erkenntnis der Schwierigkeit der Sache und der Ungunſt mancher Verhältniſſe das Übel erheblich mildern und mindern.
Dürfen wir in dieſem Sinne noch einige wohlgemeinte Worte anfügen, ſo geſchieht dies im Anſchluß an das früher in Betreff der Erziehung zur Freiheit Geſagte. Denn dieſes ſchöne und preiswürdige Ziel ſcheint nicht überall richtig aufgefaßt zu werden. Eine, wie uns dünkt, ver⸗ kehrte Erziehung gibt dem Zöglinge hier eine unheilvolle Abhängigkeit, dort eine nicht minder ſchädliche, wenn auch nur ſcheinbare Unabhängigkeit. Wenn von Erziehung zur Freiheit die Rede iſt, ſo wird in dieſem inhaltreichen Ziele wohl namentlich die Aufgabe enthalten ſein, den zu Erziehenden ſo wenig als möglich zum Sklaven der Außer⸗ lichkeit zu machen. Die Erziehung will ja überall von Niederem zu Höherem führen, ſie will den Menſchen über das Niedrige und Gemeine erheben; ſie kann das nimmer⸗ mehr, wenn ſie ihn in ſeinem Denken, Fühlen und Begehren, in ſeiner Lebensanſchauung und ſeinen Bedürfniſſen noch feſter an die Erde bindet, als er ſchon durch ſein natürliches Menſch⸗ſein gebunden iſt. Sie kann freilich ihn nicht lehren, nur über die Erde und über das Leben hinaus und empor zu blicken, weil er eben auf der Erde und im Leben zu wandeln berufen iſt: aber zwiſchen Weg und Ziel, Mittel


