Aufsatz 
Zur Lage des Unterrichts- und Erziehungswesens
Entstehung
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den jungen Nachwuchs nach allen Seiten wohl ausrüſtenden Erziehung zugleich einen Damm zu ſchaffen gegen die drohenden Fluten materialiſtiſcher Entartung.

Eiis iſt nun freilich anzuerkennen: die Hintanſetzung der Erziehung, von der wir früher ſprachen, beſteht nicht bloß in äußerlicher Vernachläſſigung, am wenigſten in einer Abnahme der Veranſtaltungen für dieſelbe. Von einer groben Vernachläſſigung dieſer ſchönen und hohen Pflicht kann im ganzen nur bei den Ärmeren und ÄArmſten die Rede ſein. In dieſer Sphäre tritt ſie freilich oft genug und in un⸗ erfreulichſten Thatſachen uns entgegen. Hier fehlt in der Regel ein irgend ausreichendes Verſtändnis der Aufgabe und der zu ihrer Erfüllung zu verwendenden Mittel, und vor allem fehlt die Zeit, welche eben von Vater und Mutter für die Arbeit verwendet werden muß. Im günſtigen Falle mag dann wohl, was der ſtrenge Dienſt des Lebens noch etwa übrig läßt an Abend⸗ und Feiertagsſtunden, vorzugs⸗ weiſe dem Hauſe, den Kindern zu gute kommen. Aber wer wüßte nicht, daß ſich in unſern Tagen neben die Arbeit im ſtrengſten Sinne des Wortes gern in unvermitteltem Über⸗ gange der derbere Lebensgenuß ſtellt, und daß an den Er⸗ holungen, welche da aufgeſucht werden, entweder die Kinder nicht Antheil nehmen oder, wo das doch geſchieht, nicht Antheil haben dürften. Die einzige Helferin, welche hier in Anſpruch genommen werden kann, iſt die Schule; allein ſelbſt wenn die Einrichtungen der hier in Frage kommenden Schulanſtalten nach der erziehlichen Seite noch weiter aus⸗ gebildet würden(bei dem faktiſchen Stande der Dinge darf dies in den größeren Städten auch nicht unterbleiben): einen vollen Erſatz für geradezu fehlende oder durchaus unzu⸗ reichende Familienerziehung kann die Schule nun und nim⸗ mermehr gewähren.