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möglich ſein, ohne daß der ganze Menſch, daß das innere und innerſte Weſen des Zöglinges ergriffen und geleitet werde. Und damit werden wir abermals in das Gebiet des Idealen verwieſen. Endlich aber kann doch ſolches wirkſame Erfaſſen des zu Erziehenden an Geiſt und Gemüth ſchwerlich anders geſchehen, als daß die Einwirkung auch aus dem Innerſten des Erziehers heraus ſtattfinde. Mit andern Worten, ohne einen Beiſatz von Idealismus, ohne Ausgehen von höheren, ja ſelbſt transcendenten Ideen und Geſichtspunkten, wird eine wahre, ihrer Aufgabe gewachſene Erziehung nicht wohl mög⸗ lich ſein.
Auch einige andere Momente ſind leicht genug zu er⸗ kennen. Wenn von der hohen Wichtigkeit, von der nicht genug zu würdigenden Bedeutung der Erziehung für die Einzelnen und für die Geſammtheit gar nicht geredet zu werden braucht, ſo wird doch vielleicht an die ungemeine Schwierigkeit der Erziehungsaufgabe erinnert werden dürfen. Sie macht in der That die ſtrengſten Anforderungen an die Erzieher. Denn indem in dem Zögling das allgemein Menſchliche zu möglichſt vollendeter Erſcheinung herausge⸗ bildet werden ſoll, ſetzt ſie genaue Bekanntſchaft mit der geiſtigen und leiblichen Natur des Menſchen, mit ihrem Entwicklungsgange, mit den Bedürfniſſen und Geſetzen dieſer Entwicklung voraus. Aber ſo ſchwer ſchon dieſe Voraus- ſetzung zu erfüllen iſt, ſo enthält ſie doch noch nicht den ſchwierigſten Theil der Forderung. Dieſer liegt vielmehr in dem zweiten Hauptziel der Erziehung, daß unbeſchadet des allgemein Menſchlichen das Individuelle nach allen ſeinen einzelnen Momenten hin entwickelt werden ſoll. Dieſe Be⸗ ſonderheit des Einzelnen aber beſchränkt ſich nicht auf einzelne und geringe Verſchiedenheiten der leiblichen und geiſtigen Natur, ſondern erſtreckt ſich auf das ganze Weſen des Ein⸗


