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eine ſociale Kriſis von unermeßlicher Tragweite. Es müßte denn eine Gegenſtrömung allmählich eintreten, eine Bewegung nach der idealen Richtung hin; ja vielleicht ſtehen wir heute ſchon in den erſten Anfängen derſelben und brauchen den alten deutſchen Idealismus, ein unſchätzbares Erbgut der Nation, wenn auch zugleich eine Schwäche derſelben, nicht unter die verlornen Güter zu rechnen. Scheint es doch, als ob wir in der That der Herrſchaft des Realismus hie und da müde werden wollten!
Wir haben es aber hier nicht mit einer Schilderung des realiſtiſchen und materialiſtiſchen Weſens unſrer Zeit zu thun, die ohnehin unſre Kräfte überſteigen würde, auch nicht mit den Wirkungen desſelben auf andern Gebieten, wie etwa dem der Kunſt und Litteratur, ſondern mit der Erziehung der Jugend. Kann eine Zeit, deren Signatur Erwerb und Genuß heißt, dieſer günſtig ſein? günſtig nicht in Bezug auf die Bereitwilligkeit, dafür äußerlich thätig zu ſein und ſelbſt Opfer zu bringen, ſondern in Bezug auf volle innere Befähigung für dieſelbe? Wollte man doch dieſer Frage recht ernſt ins Angeſicht ſchauen! Wer es thut, er wird ſie ſchwerlich getroſten Muthes bejahen können. Denn was ſoll und will die Erziehung bewirken? Sie will doch wohl das Kind, den Knaben, das Mädchen erziehen, d. h. leiten zu einem Ziele, fähig machen zur erfolgreichen Erfüllung ſeiner Lebensaufgabe, der allgemein menſchlichen wie der ihm durch Anlage und Verhältniſſe vorgezeichneten beſonderen. Dieſe ſehr einfache Erklärung wird wohl unangefochten bleiben; vielleicht iſt dies ſchon nicht der Fall, wenn wir hinzu⸗ fügen, daß in derſelben allerlei enthalten iſt, was über Erde und Leben hinausreicht. Aber geſetzt, es ließe ſich von bloß irdiſchen oder, wie man gelegentlich ſagt,„praktiſchen“ Ge⸗ ſichtspunkten aus wahrhaft erziehen, ſo wird dies doch nicht
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