Aufsatz 
Zur Lage des Unterrichts- und Erziehungswesens
Entstehung
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Beſtrebungen, welche auf eine Vermehrung der Schulanſtalten,

auf äußere und innere Verbeſſerungen der beſtehenden, ins⸗

beſondere auf Erweiterung und Steigerung der Lehrpläne,

auf Beſſerung der Lage des Lehrerſtandes gerichtet ſind,

werden im Ganzen von der entgegenkommenden Sympathie

der Zeitgenoſſen weſentlich gefördert. Die Bevölkerung ſelbſt

derjenigen Berufsklaſſen, welche ſich ſonſt mit einem Minimum

unterrichtlicher Vorbildung zu begnügen pflegte, ſucht, und

zwar namentlich in den Städten, mit Eifer nach einer andern und beſſern geiſtigen Ausrüſtung ihrer Kinder.

Das iſt ſicherlich eine gar ſchöne Eigenthümlichkeit unſerer Zeit: allein unbefangene Betrachtung zeigt auch hier neben dem glänzenden Lichte dunkeln Schatten. Die Erkennt⸗ nis eines Bedürfniſſes enthält noch nicht die Einſicht der richtigen Weiſe ſeiner Befriedigung, und je ſchwieriger das einzelne Gebiet an ſich iſt, deſto leichter entſteht wohl ein gefährlicher Zwiſchenzuſtand unruhigen und unklaren Suchens nach jener richtigen Weiſe der Befriedigung. An innerer Schwierigkeit mag ſich nun wohl kaum irgend ein Gebiet mit dem der Bildung und Erziehung meſſen können(obwohl das leider nicht überall eingeräumt werden dürfte), während zugleich gerade hier klare und feſte Erkenntnis der Zielpunkte wie der zu ihrer Erreichung einzuſchlagenden Wege eine un⸗ erläßliche Vorbedingung iſt. Und hier liegt nun ein hin⸗ derndes Moment von nicht zu unterſchätzender Bedeutung, indem die im ganzen ſo erheblichen Bemühungen für die Befriedigung der Bildungsbedürfniſſe durch eine gewiſſe innere und äußere Unruhe, durch einſeitiges Drängen nach einem einzelnen Momente der Bildung, durch Hin⸗ und Herſchwanken zwiſchen neuen Forderungen und alten Gemohn teien einiger⸗

maßen paralyſiert werden. Wenn das Weſen und Ziel der Bildung nicht in ſeiner