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zurückgeſchoben; die charakteriſtiſchen Eigenthümlichkeiten einer Zeitperiode bringen auf dem einen Punkte vielleicht glänzende Reſultate hervor, während ſie zugleich und eben dadurch andern Punkten Stillſtand und Rückgang gebieten, minde⸗ ſtens die Fortbewegung zu einer langſameren machen. Wie im Leben der Individuen, ſo iſt eben auch in dem des Ganzen Licht und Schatten wunderſam vertheilt.
So wird denn die Frage wohl geſtellt werden können, ob unſere Zeit den Bildungsbeſtrebungen überall günſtig ſei oder nicht? Ob nicht vielleicht in dem Charakter dieſer unſerer Zeit auch allerlei Hinderndes und Erſchwerendes liege, mächtig genug, wenigſtens die Früchte dieſer Beſtrebungen, die Re⸗ ſultate der ihnen gewidmeten Veranſtaltungen zu beeinträch⸗ tigen? Freilich iſt es leicht, dieſe Frage aufzuwerfen, und ſchwer, ſie zu beantworten. Denn den Mitlebenden iſt es ja verſagt, in voller Klarheit das Weſen unſerer Zeit zu erkennen; ſie müſſen es den kommenden Geſchlechtern über⸗ laſſen, ihr Streben und ſeine Erfolge zu ſchildern und zu beurtheilen. Einzelne Züge ſind indes doch ſo deutlich zu erkennen, daß man es wagen darf, ſie zu zeichnen..
In dieſer Beziehung nun iſt zunächſt ein Zug in der Phyſiognomie unſerer Zeit ebenſo unverkennbar, wie jeden⸗ falls dem Unterrichtsweſen in hohem Grade günſtig: unſere Zeit erkennt die Nothwendigkeit erhöhter und vertiefter Bil⸗ dung und ſucht mit Ernſt und Eifer nach Mitteln und Wegen, dieſes Bedürfniß zu befriedigen. Wenn irgend ein Satz in unſern Tagen keines Beweiſes mehr bedarf, ſo iſt es der von der Unentbehrlichkeit geſunder und tüchtiger Bil⸗ dung für alle und jede weitere Entwickelung unſeres Kultur⸗ lebens: wenn ja noch hie und da Gleichgültigkeit oder gar Abneigung gegen innere Hebung des Bildungsweſens beſtehen ſollte, ſo wird ſie wenigſtens nicht offen herauszutreten wagen.


