Aufsatz 
Zur Lage des Unterrichts- und Erziehungswesens
Entstehung
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in den Hauptſtücken jenen Bedenken zuzuſtimmen. Wenn man bedenkt, wie viele Jahre jetzt in der Schule zugebracht werden, welcher anſehnliche Theil der Tageszeit von Schul⸗ und ſonſtigen Lehrſtunden in Anſpruch genommen wird, wie von der Erhöhung des geſammten Bildungsniveaus in faſt allen Schichten der Bevölkerung eine weſentliche Unterſtützung der direkten Unterrichtsveranſtaltungen erwartet werden darf; wenn endlich das Bedürfnis nach geſteigerter Geiſtesbildung ſo allgemein anerkannt iſt, daß faſt die Steine auf der Straße davon reden: ſo darf man ſich in der That wohl wundern, wenn in ſo unendlich vielen Fällen das Geſammtergebnis ein ſo überaus beſcheidenes, ja völlig ungenügendes iſt. Wie oft wird ins bürgerliche Leben nicht einmal Sicherheit in den einfachſten Dingen mitgenommen? Wie oft und in welchen Kreiſen begegnet man Fehlern gegen die Rechtſchrei⸗ bung und zwar bei Wörtern, wo von Schwankungen der Schreibart keine Rede ſein kann? Unter welcher traurigen Vernachläſſigung, um nicht mehr zu ſagen, leidet unſere Mutterſprache; ſcheint doch trotz aller niederen und höheren Stiliſtik Formgefühl und Pflege der Form mehr und mehr ab⸗ handen zu kommen! Und wer auf andern Gebieten, wie dem der Geſchichte und Geographie, Umſchau halten will, der wird nicht minder ſonderbare Entdeckungen machen und wahrlich nicht bloß da, wo dürftigem und mangelhaftem Unterrichte die Schuld ſpäterer Unwiſſenheit aufgebürdet werden könnte.

Unter ſolchen Umſtänden iſt wohl keine Frage berech⸗ tigter, als die nach den Urſachen und Gründen dieſes Mis⸗ verhältniſſes. Wir ſehen überall im Intereſſe der Zeitge⸗ noſſen, in der äußeren Fürſorge der Staaten und Gemeinden, in der inneren Anlage und Arbeit der Schule gegen früher erfreulichen Fortſchritt iſt da nicht die Frage am Platze, was wohl die Erfolge der Bildungsbeſtrebungen ſo ſehr