Aufsatz 
Zur Lage des Unterrichts- und Erziehungswesens
Entstehung
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dere darf wohl das Verdienſt anſprechen, die erſten Grund⸗ ſteine zum Gebäude der Civiliſation zu legen, den noch wüſten Boden durch Pflugſchar und Egge für Saat und Ernte zu bereiten, und iſt darum da, wo es ſich um Kultur⸗ anfänge handelt, der bei weitem wirkſamſte Kulturproducent: iſt aber einmal ein tüchtiger Anfang gemacht, das Leben auf eine gewiſſe Kulturſtufe erhoben, ſo iſt dieſes Leben ſelbſt der thätigſte und einflußreichſte Hebel der weiteren Entwicke⸗ lung. Die totale Umgeſtaltung, welche die Verkehrsverhält⸗ niſſe in dieſem Jahrhundert erlitten haben, ſowie die Aus⸗ breitung der Litteratur, insbeſondere der periodiſchen Preſſe, hat in Bezug auf Verbreitung und Erweiterung geiſtiger Kultur unzweifelhaft den allergrößten Einfluß ausgeübt. Aber man darf ja ſolchen Fortſchritt völlig anerkennen und doch noch dieſes und jenes Bedenken hegen: es kann um vieles beſſer geworden ſein und doch noch nicht ſo gut ſtehen, wie es ſtehen ſollte und müßte. Der Fortſchritt kann vielleicht ein einſeitiger ſein, der ein einzelnes Moment der Bildung ergriffen hat, während ein anderes, nicht minder wichtiges, zurückgeblieben iſt? Es könnte endlich auch das, was an geiſtiger und ſittlicher Bildung durchſchnittlich ge⸗ wonnen wird, hinter den berechtigten Forderungen zurück⸗ bleiben, wenn man das Maß der eingeſetzten Mittel und Kräfte mit in Anſchlag brächte: ein Vergleich mit früheren, ſonſt unvollkommneren Zuſtänden könnte ja zeigen, daß ſonſt mit geringeren Mitteln relativ mehr erzielt worden wäre. Und in der That wenn man recht ernſt und unbefangen unſere Bildungszuſtände betrachtet, abweiſen laſſen ſich dieſe Fragen entſchieden nicht. Und begnügt man ſich nicht mit oberflächlichen Einblicken, ſo kann man in der That nicht wohl zu einem andern Reſultate kommen, als daß auf unſerm Gebiete es der Unſicherheiten und Unvollkommen⸗