Aufsatz 
Zur Lage des Unterrichts- und Erziehungswesens
Entstehung
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Exrgebniſſe der Schulbildung für das Leben? Beſteht zwiſchen dem Aufwand an Zeit und Kraft und dem Reſultate dieſer Bemühungen und Aufwendungen ein richtiges, befriedigendes Verhältnis? Solche Fragen darf man und muß man wohl aufwerfen, wenn man ein Schuljahr abſchließt; begrün⸗ dete Beſorgnis, ſie nicht vollſtändig beantworten zu konnen und ſich nicht überall erfreuliche Antwort geben zu dürfen, ſoll von dem Verſuche, auf dieſem Punkte einigermaßen klar zu werden, nicht abſchrecken: von einer auch nur leidlich rich⸗ tigen Beantwortung dieſer Frage hängt doch gar zu viel ab.

Zunächſt iſt wohl ein weſentlicher Fortſchritt gegen früher anzuerkennen, den nur die beſonders große Vorliebe für diegute alte Zeit in Abrede ſtellen kann. Wäre dem nicht ſo, es wäre ja gar zu traurig. Denn die Geſchichte des Unterrichts⸗ und Erziehungsweſens zeigt uns ja überall, daß mit Ausnahme der Univerſitäten und Gymnaſien das Meiſte und Beſte der getroffenen Veranſtaltungen in die letzten 50 Jahre fällt. Die Entwickelung des ſtädtiſchen Bürgerſchulweſens iſt ſogar noch jüngeren Datums und geht in ihren bedeutenderen Erſcheinungen kaum auf mehr als etwa 30 Jahre zurück: wir hier in Frankfurt können von einem Schulweſen, das die Bedürfniſſe der Stadtbürger⸗ ſchaft zu befriedigen verſucht, erſt ſeit 1824 reden, und in manchen anderen Städten ſind die Volks⸗ und Bürgerſchul⸗ organiſationen von noch jüngerem Datum. Wenn es aber gar nicht des Nachweiſes bedarf, daß dem Unterrichtsweſen in der langen Friedensperiode ſeit dem Ende der Napoleo⸗ niſchen Kriegszeit überall und faſt nach allen Seiten erhöhte Fürſorge gewidmet worden iſt, wenn ſich die Schulen in ihrer Anzahl vermehrt, in ihrem inneren Aufbau vervoll⸗ kommnet haben, wenn ſich die Gliederung des Schulweſens zu einem künſtlichen Organismus entwickelt, wenn ſich all⸗