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Und der Inhalt, das Ergebnis ſolcher Einkehr und Umſchau? Wer mit dem Berufe des Lehrers und Erziehers einigermaßen vertraut iſt, der wird leicht erkennen, daß, wie verſchieden ſich auch Inhalt und. Ergebnis bei den Einzelnen geſtalte, eins doch für alle gewiß iſt: daß hier das Erkennen nothwendig auch zu einem Bekennen wird. In keinem Be⸗ rufsgebiete wird es zwar irgend einem Menſchen erſpart bleiben, Irrthum und Fehlgriff zu begehen und zu bekennen, aber welches andere mag ſich hierin dem Felde der Erziehung und des erziehenden Unterrichtes vergleichen, wo es ſich um die Sorge für Geiſt und Herz der Unmündigen handelt, wo das Material, mit dem gearbeitet, das für die Bedürfniſſe der Jugend geſichtet und geſtaltet ſein will, wo das Objekt der Arbeit auf der einen Seite von ſo unvergleichlichem Werthe, auf der andern zwar von der unbegrenzteſten Mannigfaltig⸗ keit iſt, aber daneben ſich überall dem ſicheren Einblick, der zuverläſſigen Analyſe entzieht.
Im übrigen wird Richtung und Inkhalt ſolcher prüfen⸗ den Betrachtungen weſentlich durch die ſpecielle Art der Be⸗ rufsthätigkeit bei dem Einzelnen, wie durch ſeine individuelle Auffaſſung und Betreibung des Berufes beſtimmt werden. Und wenn dabei neben der Betrachtung des Beſonderen und Beſonderſten in der eigenen Berufsſphäre auch der Blick auf das Allgemeinere, auf das große und weite Gebiet des Unterrichts⸗ und Erziehungsweſens, überall und immer ein gutes Recht hat; wenn ſogar dieſes Hinaustreten aus dem nächſten und engſten Kreiſe für das beſſere Verſtändnis und für die erfolgreichere Ergreifung der unmittelbaren Berufs⸗ aufgabe vielfach nothwendig wird: ſo wird da, wo dieſe Aufgabe ſchon an ſich zur weiteren Umſchau auffordert, und wird in Zeiten, die in dem Suchen nach neuer Ord⸗ nung und Geſtaltung der Verhältniſſe natürlich auch auf das


