und geschmeidig“ werden? Man löscht feineres Stahlgerät in Öl, damit es sich beim Härten nicht werfe. Wie das zusammenhängt, habe ich im Programm von 1885 S. 9 f. erklärt. Der Zweck der Operation war jedenfalls nicht der, den Stahl zu erweichen, sondern ihn zu härten. Wurde die dabei erzielte Härte auch eine geringere als bei dem Eintauchen in Wasser, so hatte man doch den Vorteil, daſs sich mit dem durari nicht zugleich die fragilitas einstellte. Daſs der Stahl in glühendem Zustande in öl ge- taucht Sei, ist von Plinius nicht ausdrücklich gesagt, aber selbstverständlich. wie jeder zugeben wird, der die Bedeutung von restinguere kennt.
Auch bei dem dritten Gewährsmann Plutarch, welcher(de primo frig. 13,6) meldet: Se⁴νναάmτ a ποσσασς σ⁸ος ντα τ νιꝛmꝛ³ τν dν oif darn Baärrovou AAu ai, r dar VUZodrnra Pooνιαμεμνο το ddaατοο ⁷⁷˙łꝛαα τοεεοσlα(Nadeln und Schnallen und die sonstigen Stahlfabrikate(dieser Art) taucht man nicht in Wasser, sondern in Ol, weil man befürchtet, die zu grofse Kälte des Wassers möchte sie krümmen), kann nach dem natürlichen Wortsinne und dem Zusammenhange der Stelle nur gemeint sein, dals der Stahl glühend in Öl getaucht wird. Das Wasser ist nach der Meinung des Schriftstellers für so feine Geräte, wenn sie glühend sind, zu kalt; darum taucht man sie in l, weil dieses nicht so kalt ist(rèò εᷣ‿αι sμμάαα σνν σσν, s. Progr. 1885, S. 9) und die Löschung doch einen genügenden Härtegrad giebt. Kurz, die genannten Schriftsteller bieten uns im vorliegenden Falle Mitteilungen, die auf durchaus richtiger Beobachtung peruhen, wenn ihnen auch die Ursache der That- sache nicht völlig klar ist. Aber es pleiben noch die Scholiasten! Das ist wahr. Sie versuchen die Auslegung: πτι ει⁴σσσς dππe raν ο νεmισε εl εμεμνν—Eυιάμ ανμαννν 80AOτ⁴α mομιπτον εευαι‧ εμαπ 3dπαιπσουσυ, εd, SaAαœꝓτν. Was folgt daraus? Doch nur, daſs zu den vielen Irrtümern, die sich in den Scholien finden, auch dieser gehört. Derselbe ist den Scholiasten übrigens wohl zu verzeihen; denn da sie die Sache selbst nicht kannten, so haben sie die betreffenden Stellen ihrer Gewährsmänner einfach miſsverstanden. Ist es Herrn Schlenger etwa besser ergangen?
Besonders wichtige Belege gegen meine Ausführungen glaubt derselbe in zwei Plutarchstellen entdeckt zu haben, in denen die Schwerter Alexanders des Groſsen und des Königs Pyrrhus wegen ihrer Vortrefflichkeit gepriesen werden. Von dem Schwerte Alexanders wird gerühmt, dals es eine ueαια Saν‿νμαοαπυν ⁸αρρρ αάι ννπρ́επσσ gewesen sei(Alex. 32,4), von dem des Pyrrhus wird die εri 8αρρνέ Gο⁸ννιοωυ (Pyrrh. 24,3) hervorgehoben. Schlenger nimmt an, diese Stellen hätten mir einige Unbequemlichkeit ver- ursacht. Er spricht davon, dals ich mir„darüber hinweghelfe“, indem ich sage, es scheine hier die Bedeutung der durch die Löschung erzielten Härte geradezu in die Bedeutung Schneide überzugehen, und er bekräftigt demgegenüber, es scheine das nicht blols so, sondern es bezeichne wirklich die 8aρρ die Schärfe und Widerstandsfähigkeit der beiden Schwerter. Leider werde ich durch diese Betonung nicht veranlalst auch nur das Geringste an meinen Worten zu ändern. Wir kommen für die zwei Stellen mit der Deutung„Härte“ ganz wohl aus. Denn der eigentliche Wert der Waffe beruhte auf der ausgezeichneten Härtung des Stahles; diese gelang dem Schmiede des Altertums recht selten, wie das für denjenigen nicht auffallend ist, der von der antiken Metallurgie einige Kenntnis hat. Indes kann man ja in der Deutung noch einen Schritt weiter gehen und annehmen, dals in den zwei angeführten Stellen(und namentlich bei Theophrast, hist. plant. 5, 3, 3) 8† geradezu im Sinne von„Schneide“ stehe. Es erklärt sich diese Bedeutung ganz natürlich daraus, dafs der Waffenschmied dem Schwerte nur dann eine treffliche Schneide geben konnte, wenn er die 8ao†ꝓ†ρ die Kunst des Härtens, richtig zu üben verstand. (Vergl. meine Ausführungen in Fleckeisens Jahrbb. 1887, S. 174.) Hieraus geht aber hervor, daſs meine Auffassung die richtige ist, da die Saoh an der Hervorbringung der Schneide die Hauptursache ist. Wenn Schlenger sagt:„Ich meine, daſs jedenfalls der Baꝓ etwas anderes zu Grunde gelegen haben muls, als was Paehler durch seinen Versuch festgestellt hat. Oder wie wäre es möglich, dals man gerade die Schärfe und Schneide mit 8a᷑ν bezeichnen könnte, wenn nicht eben gerade sie an der
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