Aufsatz 
Kritische und erklärende Bemerkungen zu Sophokles' Aias / R. Paehler
Entstehung
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der zuerst unbefangene und scharfe Beobachtung der Natur als die einzig richtige Forschungsweise bezeichnet hat, allein eine Durchführung dieses Grundgesetzes im Einzelnen ist auch bei ihm nicht zu finden; sie lag noch in weiter Ferne. Zahlreiche Behauptungen des grolsen Arztes wie seine medizinischen Theorieen sind längst als unhaltbar erkannt. Was aber den Plinius betrifft, so unterliegt es keinem Zweifel, dals derselbe manches von dem, was er aus seinen Quellen mit staunenswertem Fleilse gesammelt, wenig oder gar nicht verstanden hat. Gleichwohl wird kein Vernünftiger diese Schriftsteller, wenn sie auch häufig unrichtige Angaben machen, darum der Flunkerei beschuldigen; sie berichten ehrlich, was sie für wahr halten.

Sehen wir indes von diesem Ausdruck ab und untersuchen einmal, ob ihre hier in Betracht kommenden Behauptungen der Wirklichkeit oder meinen Ausführungen widersprechen. Was sagt denn IHIippokrates,den Lobeck anführt? Ich habe den Inhalt der Stelle in meinem Programme S. 5 genauer angegeben als Lobeck, der nur den Ausdruck citiert α⁸σ&νσοοσνο 8†έ̈νννοσ ες FAιον. Hippokrates erwähnt (Kxα πτοοαασ ³84, Kühn I 294), dals sich mitunter auf der Zunge der Kranken eine schwärzliche Blase bildewie auf dem in 61 getauchten Stahlgerät. Es entstehen diese schwärzlichen Blasen auf dem ο⁶mην0˖ů/˖zZ˖ͥQF cweil das ÖIl in der Zersetzung Kohlenstoff ausscheidet. Natürlich muſs der Stahl dabei glühend sein. Sollte jemand einwenden, davon sei nichts bemerkt, unter dem eingetauchten 0αιοο seieinfach Eisengerät(bezw. Stahlgerät) zu verstehen, so empfehle ich ihm die Probe zu machen und zuerst kaltes Eisen oder kalten Stahl in I sei es kaltes oder heilses zu tauchen. darauf das Metall zum Glühen zu bringen und die 8aα†ρ u wiederholen. Er wird sich dann bei der Betrachtung des jedesmaligen Ergebnisses über den Sinn der Worte leicht Klarheit verschaffen. Schlenger ist der Meinung, Hippokrates schreibe der Behandlung des Eisens mit Öl die nämliche Wirkung zu wie die Scholiasten. Wenn man ihn aber fragt, in welchen Worten der Sinn liege, dafs durch Eintauchen in öl das Eisen ‚weich und geschmeidig werde, so wird er die Antwort schuldig bleiben. Denn der Schriftsteller schweigt gänzlich darüber, weshalb das Verfahren angewendet wird. Will man erfahren, was bei Hippokrates oder genauer in den unter seinem Namen auf uns gekommenen Schriften als das Mittel der Erweichung des Eisens angesehen wird, so muſs man eine andere Stelle ins Auge fassen. Im ersten Buche xeot xirns heifst es(Kühn I 641 f. Littré VI S. 488): Gιι 00%0 ⁶ρρρηρνα ειeα νντ Tv Gιισφο reενπιννπννσ πηνευνινιισαμσνπσ Aνα⁴᷑ οννe o g, T E⁴ρό rοꝙ&αοσοντες, A⁴αιονςmJo οαεσάσννειςα mπαωαοασι να οσυωνυιισασένουσα, dνπόοο Ʒαοο τoοꝙ o‿ννννιν ενᷣα Taνre rdοeννεα νεσωσσσ νπσ mπηααιοσπνεοιι ᷣiναν Ʒϋmπαςsνασe roο†ρν ναρνιhõʒꝛſαοινεειαιι, νmo ee‿μμαιαος νααχηαωινμενοσοε α(ςαοννμνιμνοσ ε rdnrsrat, roigeraν, 2αννεαoεεαι(mit Littré statt der vulg. ᷣ,μραισοειαα* d0⁴πι ν or νGh υev o‿ννννο iνεα⸗ Der hier ausgesprochene Gedanke beruht auf der eigentümlichen Flementartheorie des Verfassers, die er vorher(Kühn I 630, Littré VI 472) in den Sätzen niedergelegt hat: Svylorαmταt udν 0bν 56 T5 re dναναα να ο ³νι ,Q,k mϑοιꝓν d Aere α ιυνιασ οο und: r0 v öp duara⸗ aντ³α πάωντος ειυννσασσ τι˙ ει πανν Jid παemνννς Sεαάαια. Auf die Einzelheiten des vorliegenden Vergleiches kommt es für unseren Zweck nicht an; der Kernpunkt ist folgender: Vermittelst des Feuers macht der Schmied das Eisen weich und locker, so daſs er es durch Schlagen dehnen kann. Ist die Hämmerung beendet, so giebt er ihm durch die Nahrung, die das Wasser spendet, seine Stärke. Ahnliches erleidet der Knabe in der Palaestra; die Hitze, welche die vom Lehrer angeordneten Ubungen erzeugen, macht seinen Körper weich und ge- schmeidig; derselbe wird dann geschlagen, gerieben und gereinigt, worauf ein kräftigendes Bad den Beschluſs bildet. Die Wirkung, welche die Scholiasten dem ÖIbade zuschreiben, wird hier durch das Feuer herbeigeführt. Die Auffassung ist also eine grundverschiedene.

Ich komme zu dem zweiten angerufenen Zeugen. Plinius berichtet(hist. nat. 34, 41): Tenuiora ferramenta oleo restingui mos est, ne aqua in fragilitatem durentur. Wo steht hier etwas von ‚weich