bindung mit dem bloſsen Worte 3—(öoder 8⁰πασmσόσ) war nur an glühendes Eisen zu denken. Was aber den von mir durch den Druck hervorgehobenen, stilistisch recht unglücklich ausgefallenen Satzteil anlangt, so habe ich Progr. 1885, S. 4, Anm. 1. bemerkt, dals Gιονποο⁸ sowohl vom Eisenerz wie vom ausgeschmolzenen Eisen gebraucht wurde. Denkt man nun an ausgeschmolzenes Eisen, so kann das die Form der„Rohluppe“, des bereits daraus geschmiedeten Eisenstabes oder eines fertigen Fabrikates haben. In den Glühofen(die garνrn) muſste das Eisen, nachdem es im Reduktionsprozesse gewonnen war, nicht einmal, sondern mehrere Male gebracht werden, nicht damit es bloſs glühend gemacht wurde, sondern damit es verarbeitet werden konnte. Wie soll der Schmied seine Eisenwaren aus dem Material herstellen, wenn er es nicht im Feuer erweicht, damit es seinem Hammer nachgiebt und die verlangte Gestalt annimmt? Ist die Ware endlich fertig, so wird sie gehärtet. Zu dem Zwecke bringt man sie wieder in die Savyn und löscht sie dann ab
Im Weiteren behauptet Schlenger, daſs meine Auffassung, SnAıĩeoSat bedeute„weich werden“, nicht richtig sei; er sagt, es sei„biegsam, geschmeidig werden“, und die Behandlung mit der 8a†i habe das Eisen eben geschmeidig und biegsam gemacht. Ich komme darauf später zurück und folge einstweilen Herrn Schlenger auf seinem ferneren Gange:„Nun aber die 8ꝙα᷑⁴ν selbst, was ist sie? Ein Eintauchen in eine Flüssigkeit jedenfalls. Paehler meint, es könne das Wort nur ein Eintauchen in ein Wasserbad be- zeichnen, das aber das Eisen“(richtiger: den Stahl), d. i. mit einem bestimmten Prozentsatz[0,6—1,5%] Kohlenstoff versetztes Eisen!)„hart und spröde mache; denn sollte es ein Ölbad bezeichnen, so hätte das durch einen Beisatz näher angegeben werden müssen. Ich glaube nicht, daſs der Einwurf stichhaltig ist und eine solche Beifügung der Deutlichkeit wegen absolut nõôtig war; denn gab es zweierlei Arten der 30—t, die in Wasser, die das Fisen hart und spröde, und die in öl, die dasselbe biegsam und geschmeidig machte, und durfte Sophokles die Kenntnis davon bei seinen Lesern und Zuhörern voraussetzen, dann war doch das folgende sSnãreSny grade genug, um jeden Zweifel an der bezeich- neten Art der 82† zu heben“. Ich begnüge mich vorderhand damit, in diesen Worten die gekenn- zeichnete Stelle festzulegen. Schlenger fährt fort:„Und wie kommt es, dafs die Scholiasten so fest bei ihrem?2Xαlο pleiben und diesem die Wirkung zuschreiben, das Eisen weich und geschm eidig zu machen? Das ist unrichtig, erklärt Paehler, denn ich habe die Probe gemacht, und das unzweifelhafte Ergebnis war, dafs die Löschung in Öl' den Stahl härtete, die Verbindung 3οα⁵ε 2OnX”vSny ist also un- zweifelhaft unmöglich. Gewils insofern richtig, als glühender Stahl in jeder kalten Flüssigkeit, also auch in Öl gehärtet wird. Haben also die Scholiasten geflunkert mit ihrer Behauptung, hat Hippokrates, den Lobeck anführt, hat Plinius geflunkert, wenn sie der Behandlung des Eisens mit Ö1 bei seiner Ver- arbeitung zu Werkzeugen und Waffen die nämliche Wirkung wie die Scholiasten zuschreiben?“ Also ich habe, so scheint es, den Hippokrates, den Plinius und die Scholiasten in den Verdacht gebracht geflunkert zu haben! Das ist ein sonderbar gewählter Ausdruck.
Es ist eine bekannte Sache, daſs in naturwissenschaftlichen Dingen die positiven Kenntnisse der Alten recht mangelhaft waren. Gewils ist es eine nicht zu billigende Übertreibung, wenn man behauptet, es habe ihnen an Empirikern gänzlich gefehlt und ihr Wissen sei lediglich auf unfruchtbaren philosophischen Spekulationen gegründet gewesen. Auch ist es thöricht und ungerecht, vom Standpunkte der modernen Portschritte in den exakten Wissenschaften auf das Zurückbleiben der Alten vornehm herabzusehen, denen wir auch auf diesem Gebiete wertvolle Anregungen verdanken, aber es läſst sich andrerseits nicht leugnen, dafs im allgemeinen ihre Naturbetrachtung einen gewissen Mangel an Beobachtungsgabe und an der Fähigkeit zeigt, einer Erscheinung auf den Grund zu gehen. Allerdings ist grade Hippokrates es gewesen,
¹) Wo im Altertum von der Härtung des 00 1 die Rede ist, kann nur Stahl gemeint sein; denn kohlen- stoffarmes Schmiedeeisen läfst sich nicht durch Löschung härten.


