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vorausgeschickt hat, zu der Frage, welche Gründe nach den von mir gegebenen Darlegungen dafür sprächen, dals eine Verderbung des ursprünglichen Sophokleischen Textes stattgefunden habe. Er meint zunächst:„Die einzige Handhabe dafür, die Stelle auf den Index zu setzen, um ihr dann mit Konjekturen beizukommen, bildet die Behauptung, dals glühendes Eisen durch Eintauchen in Wasser nicht weich, sondern hart werde, dals also der Vergleich geradezu das Gegenteil von dem Erforderten, also einen Unsinn enthalte.“ Schlenger giebt die erwähnte Thatsache zu, glaubt aber, dals man unter dem ονιισ⁹σ unserer Stelle nicht glühendes Eisen, sondern„einfach Eisen“ zu verstehen habe. Nun ist freilich richtig, daſs der Begriff„glühend“ vom Dichter nicht mit einem besonderen Worte ausgedrückt ist. Aber hatte er das wirklich nötig? Wovon konnte denn bei der Verbindung von—νσνν und a†—— anders die Rede sein als von glühendem Eisen? Das Eintauchen von erkaltetem Eisen(oder Stahl) in eine Flüssigkeit bringt(abgesehen von einem einzigen später[S. 12 f.] zu behandelnden Falle) schlechterdings gar keine Wirkung hervor, weder eine härtende noch eine erweichende. Daſs aber der glühende Stahl dadurch gehärtet wird, war im Altertum allgemein bekannt; daher durften die Schriftsteller den betreffenden Zusatz einfach weglassen. Das ist denn auch oft genug geschehen. Plutarch untersucht in der Schrift de defectu orac.(Cap. 41, S. 433, A.), woher die Gabe der Weissagung komme, und bezeichnet es als möglich, dals durch Abkühlung und Verdichtung des Geistes die Weissagungskraft der Seele entstehe und gesteigert werde; er bedient sich dabei des Vergleiches, daſs ja auch das glühende Eisen durch Eintauchen gehärtet werde: Tobrarrlov dνν αχ πνεοεινενσ s i a rrget ou „ε˙εν μμαυοο ον 8α[ν σασφ⁴ο τ ννοσσυσνν ⁴⁵μἀιςσν ενάυέ˙εο αe nach Wyttenbach svrelvε οα* σασασοωαμοο α moτᷣν Q—⸗, odur d⁴⁵νυννναμααυν εσσσι Wo steht hier etwas von dem glühenden Zustande? Soll man etwa annehmen, daſs kaltes Eisen gemeint sei?— Ein anderer Beleg aus demselben Schriftsteller: Im 20. Kapitel der Schrift„von der ersten Ursache der Kälte“(S. 954 C) sagt er, daſs wir uns im heilsen Sommer nach der Landluft sehnen, nicht weil sie an sich kalt sei, sondern weil sie aus der Urkälte aufsteige und von der in der Erde liegenden Kraft gestählt werde, wie das Eisen durch Eintauchen:„E?S' aανειμςν εέν Sεοεν τον ννεν Hαν νπεέόροσσοοQð nd ανμάαόασαοσσ ποωοον μεέν ́ ꝝνπ αάινεινν dura Sexod dAAo roĩ Ptoer roon αν πρσπυπ ⁴eοαιαασ νονπιαι να εᷣανμιν☛μ νν νπσνο ie 75 dvdενς οσmeσνν 8α ρ⁵ οeντ⁵⁵ον. Hier bezeichnet das einfache Verbum gãwrery härten, stählen und die 8α† σιτσων das Eintauchen des glühenden Stahles in eine Flüssigkeit. Vergleiche hierzu noch Plut. de fac. in orbe lun. 28 S. 943 E.
Allerdings finden sich auch Stellen, in denen erwähnt wird, daſs der 8aꝓ†ρ das Glühendmachen vorher ging, so bei Plutarch quaest. conviv. VIII, 9, 3. S. 734 A. Dort wird bei einer Unterredung über die Frage, ob es möglich sei, dals neue Krankheiten entstünden und aus welchen Ursachen, der Satz aufgestellt(dem unsere Aerzte schwerlich ohne weiteres beistimmen werden), daſs nichts auf die Entstehung neuer Krankheiten stärker einwirke als der Temperaturwechsel beim Baden, wo der Körper, wenn er zuerst wie das Eisen vom Feuer erweicht und flüssig geworden sei, gleich darauf von der Kälte gehärtet und gestählt werde.„Oòdevdg n gde erohe wa ee d re ⁴υeυσν Téενεo ⁴ἀςσεενιασναεςν oοmωο-=⸗ et a our vis G⁴αέάα ποπλπννααἀσ˙εέια᷑ να,ε⁴mνρα σ⁸⁶ννρ πιφο àααλασομεννιςα εαα ᷣsouœn, erra BA vdrd roν α οσασινισ Aναεςεοενπνυμςα. Ferner ist das dem Eintauchen voraufgehende Glühendsein des Eisens erwähnt bei Philo Judaeus de somniis I, 6. T. I. S. 625, 13: dnd Toë m&εꝓεοννννο dεοο νεᷣνμι εꝛẽõνμι †νος, ba idοςα έν νανση⁴ιενς ED0vO 1MA‿ Qpf o 9d5 rdJ Aται τεεοοων οmσw buαν, Hιντεέαν mα.ό⁴σ ππφρ σνυεαμιανν υ νυαα,αασ Joxti Sozt; Aus solchen Stellen folgt offenbar nichts weiter, als daſs die Schriftsteller den Begriff e GG6vOG beim νσꝙσε, wenn sie von der durch Eintauchen vollzogenen Härtung redeten, hervor- heben konnten, nicht aber, daſs sie ihn betonen mufsten..
Um in der Beweisführung nicht immer beim Eisen stehen zu bleiben, betrachten wir für


