Aufsatz 
Kritische und erklärende Bemerkungen zu Sophokles' Aias / R. Paehler
Entstehung
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Abhandlung durchaus überzeugend seien, allein meinen Besserungsvorschlag abgelehnt und dafür seinerseits einen anderen Ausweg gesucht, wie der Stelle aufzuhelfen sei. Er empfiehlt nämlich 3£. ½ unberührt zu lassen, aber für&SvXbvSnv zu setzen&Sã⁴ννꝙννi² und im Zusammenhange hiermit in den folgenden Worten olæreioo e ir Lüαν τμαα ⁴ιενσ rG⁴αα⁴ ν ορꝓν Lxσαe anstatt é vb zu schreiben Ʒl νy. Ich habe daraufhin in einem AufsatzeTechnologisches zu Sophokles' Aias (Fleckeisens Jahrbücher 1887 S. 171 186) die von Blümner gegen mich erhobenen Einwendungen untersucht und als nicht stichhaltig nachgewiesen, auch gezeigt, dals der von Blümner eingeschlagene Weg nicht gangbar sei. Infolgedessen hat Blümner in denselben Jahrbüchern S. 456 458 seinen früheren Standpunkt in der Frage geändert und dann für seine Auffassung neue Gründe beigebracht. Auch diese sind jedoch von mir(ebenda S. 458 f.) widerlegt worden. In anderer Weise hatte ich das Ergebnis meiner Untersuchung gegen Bellermann zu verteidigen. Dieser bemerkt in seiner Bearbeitung der Wolffschen Ausgabe des Alac(4⁰, 1887 S. 167 f.):Paehler bestreitet die Möglichkeit der überlieferten Lesart 8aρρμμ. Unbedingt muſs man seiner scharfsinnigen und mit auſserordentlicher Sachkunde geschriebenen Erörterung in zwei Punkten Recht geben: 1) dals bei dem bloſsen Worte 8aopſ ohne Zusatz unmöglich an etwas anderes als an die gewöhnliche Art des Eintauchens, nämlich in Wasser, gedacht werden kann, und 2) dals, selbst wenn man an eine andere PFlüssigkeit denken wollte, dies sachlich gar nichts helfen würde, da die Behauptung des Scholiasten, durch Eintauchen in Öl werde das Eisen weich, nicht allein durch kein Zeugnis des Altertums gestützt wird, sondern auch mit der Wirklichkeit in entschiedenem Widerspruch steht... Es ist daher durch Paehlers Abhandlung erwiesen, dals die Erklärungen, wie wir sie in den meisten Kommentaren finden(G. Wolff, Nauck, Wecklein, Blaydes, Schmelzer) unhaltbar sind... Aber trotzdem halte ich die Überlieferung für sehr wohl erklärbar und deshalb Paehlers Kon- jektur Savyn für unnötig. Die Erklärung, die Bellermann im Anschlulfs hieran gab, war indes ebenso wenig annehmbar wie die seiner Vorgänger. Dies habe ich in Fleckeisens Jahrbüchern(1887 S. 186 194) dargethan. Dals Bellermanns Ansicht von mir widerlegt sei, erkennt Wecklein(Bursian-Müllers Jahres- berichte XLVI, I, 244 f.) an, der auch Blümners Konjektur miſsbilligt. Wenn er trotzdem eine Anderung von 3a† nicht zugestehen will, so ist der Grund hierfür ein wenig besagender, wie ich weiter unten zeigen werde. Ohne jede Einschränkung hat sich durch meine Darlegungen Otte für überzeugt erklärt, der in den Jahresberichten des philologischen Vereins in Berlin XVI S. 372 f.(Zeitschrift f. d. Gymnasialwesen 1890) über die Programmabhandlung urteilt:Der Zweck dieser trotz des scheinbar geringen Ergebnisses recht lehr- und inhaltreichen Abhandlung ist der, nachzuweisen, daſs Ai. 651 8⁄ verderbt und dafür Sawyn zu setzen ist, was dem Verf. meines Erachtens völlig gelungen ist. Von den späteren Aufsätzen sagt er, dafs durch sie die Versuche Blümners und Bellermanns als verfehlt erwiesen seien. Es schien, als ob die Frage im Sinne meiner Auffassung erledigt sei. Hatte doch inzwischen auch Nauck in der 1888 erschienenen neunten Auflage des Aias die frühere Erklärung der Stelle zurück- gezogen ¹).

Nun hat aber im Programm des Mainzer Gymnasiums(Herbst 1890) Professor Schlenger unter dem TitelErklärende Bemerkungen und Verbesserungsvorschläge zu einigen Stellen unserer Schul- klassiker einen Aufsatz veröffentlicht, in welchem er(S. 3 9) meine Abhandlung einer eingehenden Kritik unterzieht und die Notwendigkeit einer Anderung des Textes der Aiasstelle bestreitet. Deshalb hin ich gezwungen den Gegenstand nochmals zu erörtern.

Schlenger kommt, nachdem er seiner Arbeit einige allgemeine, im wesentlichen 2u pilligende Erwägungen über die Bedeutung der Konjekturalkritik und die Art und Weise, wie sie zu üben sei,

¹) Wenn derselbe dem von mir empfohlenen 3αovy seinerseits ein ræzrets vorzieht, so habe ich das in meiner Ausgabe des Aias(Gotha bei Perthes 1889, Anhang S. 109) als ungeeignet abgewiesen.