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verknüpft, insbesondere erschien es kaum möglich, die 12 Stunden Französisch, die Rauch in einem Cötus der Untertertia und in beiden Cöten der Quarta zu erteilen hatte, unterzubringen. Der Unterricht in diesem Gegenstande hätte ausfallen müssen, wenn sich nicht Herr Dr. Pfeiffer, Kandidat am hiesigen Real- gymnasium, freundlichst bereit erklärt hätte, ihn zu übernehmen. Die Anstalt ist Herrn Dr. Pfeiffer für die geleistete Hilfe zum besten Danke verpflichtet.— War somit im abgelaufenen Jahre, in welchem auch der Zeichenlehrer Kreutzer an 7 und der Gymnasiallehrer Dr. Widmann an 6 Tagen vertreten werden muſste, der Gesundheitszustand der Lehrer kein sonderlich günstiger, so sollten uns noch weitere schmerzliche Ereignisse nicht erspart bleiben.
Am 9. November verschied nach langen Leiden ein braver und fleilsiger Schüler der Untersekunda Karl Schaffner aus Wiesbaden, dem wir am 12. November die letzten Ehren erwiesen. Endlich starb infolge einer Rippenfellentzündung am 19. Dezember der Pedell Georg Wild, der seit dem 1. Juni 1863 dem Gymnasium treue Dienste geleistet hatte. Die Lehrer und Schüler der Anstalt gaben ihm am 22. Dezember das Geleit zur Ruhestätte.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember 1884 bis zum 7. Januar 1885.
Mittwoch den 18. März 1885, nachmittags von 3 Uhr ab, fand unter zahlreicher Beteiligung von Eltern sowie von Freunden der Gesundheitspflege die herkömmliche Turnprüfung der Schüler in der Turnhalle statt. 4
Die Vorfeier des Allerhöchsten Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers und Königs begingen wir Samstag den 21. März 1885 qdurch einen öffentlichen Aktus in der Turnhalle. Der Unterprimaner Ludwig Pallat gab in einem freien Vortrage einen Überblick über die Geschichte der deutschen Koloni- sationsbestrebungen. Die Festrede hielt Gymnasiallehrér Schlaadt über Friedrich Wilhelm IV. in seinen Beziehungen zur bildenden Kunst. Zum Schlusse der Feierlichkeit wurden die Abiturienten durch den Direktor aus der Anstalt entlassen.
IV. Statistische Mitteilungen.
1. Übersicht über die Frequenz und deren Veränderung im Laufe des Schuljahres 1884/85.
0I. UI. OII. UII. O III. U III. IV. v. vI. Summa.
1. Bestand am 1. Februar 1884...... 34 23 49 60 48 70 66 86 79 515 2. Abgang bis zum Schlufs des Schuljahres 1883/84 31 2 5 11 2 9 11 9 6 86 3 a. Zugang durch Versetzung zu Ostern... 17 40 36 42 57 49 66 65— 372 3 b. Zugang durch Aufnahme zu Ostern...— 3— 4 2 8 4 6 40 67
4. Frequenz am Anfang des Schuljahres 1884/85 20 47 42 52 66 60 83 78 48 496
5. Zugang im Sommersemester.—————— 1—— 1 6. Abgang im Sommersemester..... 2 5 1 2 1 4 5 3 2 25 7a. Zugang durch Versetzung zu Michaelis.—————— 1 1— 2 7 b. Zugang durch Aufnahme zu Michaelis—-— 1 1 3 3 6 2 1 17 8. Frequenz am Anfang des Wintersemesters. 18 42 42 51 68 59 86 78 47 491 9. Zugang im Wintersemester.......—— 2 3——— 1 6 10. Abgang im Wintersemester....—— 1 1— 1— 8
2 11. Frequenz am 1. Februar 1885...... 18 42 40 52 70 56 86 77 48 489 12. Durchschnittsalter am 1. Februar 1885.. 19,4 18,1 17 16,3 15,1 14,4 13,1 11,9 10,8—


