Aufsatz 
Zur Geschichte des alten Gymnasiums zu Montabaur
Entstehung
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IV. Chronik der Anſtalt.

Die wichtigſten Thatſachen, welche an dieſer Stelle Erwähnung beanſpruchen würden, ſind bereits im zweiten Theile des Programmes(S. 3646) berichtet. Einiges bleibt nachzutragen; zunächſt eine kurze Lebensbeſchreibung der Lehrer, welche an der Anſtalt eine ordentliche Lehrer⸗ ſtelle bekleiden oder kommiſſariſch verwalten.

1. Robert Pähler, geb. 21. März 1842 zu Eſſen, beſuchte das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt von 1851 bis 1859, ſtudirte von 1859 bis 1861 an der Univerſttät zu Bonn und bis Herbſt 1863 an der Kgl. Akademie zu Münſter hauptſächlich Philologie und Geſchichte. Im Jahre 1864 wurde er zum Dr. phil. promovirt, und abſolvirte, nachdem er im Juni desſelben Jahres die Prüfung pro fac. doc. vor der wiſſenſchaftlichen Prüf. Commiſſion zu Münſter be⸗ ſtanden, am Gymnaſium zu Eſſen das Probejahr. Zu Oſtern 1865 als ordentlicher Lehrer an die mit Gymnaſialklaſſen verbundene höhere Bürgerſchule in Bochum berufen, wirkte er dort bis Herbſt 1868, und folgte dann dem Rufe als Rektor des hieſigen Progymnaſiums.

2. Heinrich Breuer, geb. den 8. Mai 1840 zu Düſſeldorf, erhielt ſeine Vorbildung auf den Gymnaſien zu Coesfeld und Münſter, ſtudirte von, Michaelis 1860 bis Michaelis 1864 an der Königl. Akademie zu Münſter Mathematik und Naturwiſſenſchaften, beſtand im Febr. 1865 vor der wiſſenſchaftlichen Prüfungs⸗Commiſſion in Münſter die Prüfung pro. fac doc. und legte von Oſtern 1865 bis Oſtern 1866 das geſetzliche Probejahr am Gymnaſium zu Recklinghauſen ab. Darauf wurde er am Progymnaſium zu St. Wendel angeſtellt und im Herbſt 1868 zum erſten ordentlichen Lehrer der hieſigen Anſtalt vom Kuratorium erwählt.

3. Johann Iltgen, geb. den 15. April 1843 zu Cöln, war von Michaelis 1853 bis 1861 Schüler des dortigen Friedrich Wilhelms Gymnaſiums, widmete ſich, mit dem Zeugniß der Reife von demſelben entlaſſen, zu Bonn 4 Jahre vorzüglich philologiſchen Studien, wurde im No⸗ vember 1865 zum Dr. phil. promovirt und im December 1865 pro fac. doc. geprüft. Er fungirte zuerſt als Probekandidat, nachher als kommiſſariſcher Lehrer am Friedr. Wilh. Gymnaſium zu Cöln, wurde Herbſt 1868 proviſoriſch am Gymnaſium zu Düſſeldorf und Oſtern 1869 als zweiter ordentlicher Lehrer am hieſigen Progymnaſium angeſtellt. Am 11. April 1868 iſt er durch den Unterzeichneten vereidigt worden.

4. A. Abt, geb. den 26. Dezember 1841 zu Seelenberg(Amts Uſingen), beſuchte 3 Jahre die Realſchule zu Langenſchwalbach und von 1853 bis 1861 das Gymnaſium zu Hadamar. Nach⸗ dem er darauf zu Mainz 3 Jahre Theologie und Philoſophie ſtudirt, trat er in das Prieſterſe⸗ minar zu Limburg und wurde am 16. Octbr. 1866 zum Prieſter geweiht. Vorübergehend als Kaplan in Hadamar, ſodann als biſchöfl. Kanzliſt in Limburg beſchäftigt, erhielt er zu Oſtern 1866 vom Biſchöfl. Ordinariate den Auftrag, das Knabenſeminar zu Montabaur zu errichten. Im Herbſte 1867 wurde er proviſoriſch an der Realſchule und 1868 als Religionslehrer am Progym⸗

naſium angeſtellt.