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wundern; mehr aber noch als unſere Bewunde⸗ rung verdient er darum unſere liebevolle Ver⸗ ehrung. Denn mochte zur Schilderung des Landes die Kraft ſeiner Phantaſie genügen, die treue Darſtellung des Volkscharakters läßt ſich aus der bloßen Dichtergabe nicht erklären; ſie weist zurück auf die innigſte Verwandtſchaft ſeines ganzen Weſens mit dem des Schweizervolkes. Ueber dieſe aber ſollten wir uns nicht ſo ſehr wundern, wie dieß oft geſchieht. Sie war vorhanden nicht obgleich, ſondern weil er ein Deutſcher war. Oder wäre etwa ein Nichtdeutſcher im Stande geweſen, ſchweizeriſchen Sinn ſo innig und tief in ſich zu hegen und ſo darzuſtellen, wie Schiller es ge— than hat? Der Schweizergeiſt, ſelbſt wie er jetzt in politiſcher Verbindung mit romaniſchen Elementen lebt, iſt in ſeinem tiefſten Grunde deutſcher Geiſt. Ich brauche nicht zu reden von all den andern Tugenden, wie ſie in Schiller's Tell ſich bethätigen: ſelbſt der politiſche Schweizer⸗ geiſt iſt urdeutſcher Geiſt, und unſere politiſche Trennung von Deutſchland hat ihren wahren Grund eben darin, daß der Schweizerſtamm jenen urdeutſchen Grundzug, den ächt republikaniſchen Geiſt ſich treu bewahrt, mit dem Drange nach perſönlicher Einzelfreiheit den Sinn für Recht und Geſetz und die daraus entſpringende Kraft der freien Selbſtbeſchränkung vereinigt, während die beim Reiche verbliebenen Stämme jetzt noch die Ausartung deſſelben in Willkür von unten und oben zu büßen haben.


