Aufsatz 
Schiller, der Liebling der Jugend. Rede, bei der Schillerfeier ... 1859 gehalten
Entstehung
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urſprüngliche Geiſtesrichtung, theils die äußern Lebensverhältniſſe ihm in den Weg legten, gelang es ihm, ſich aus trüber Gährung zu ätherreiner Klarheit zu erheben, ſein erſtes leidenſchaftliches Ungeſtüm in maßvolle Bewegung umzuwandeln und den großen Gegenſatz zwiſchen Geiſt und Natur, Freiheit und Nothwendigkeit, Ideal und Wirklichkeit, wie in ſeinem Leben, ſo auch in ſeinen Dichtungen ſo weit zu überwinden, als dieß bei der ganzen Anlage ſeines Weſens über⸗ haupt möglich war.

Wenn auch in dieſer Hinſicht Schiller beſon⸗ ders unſerer ſtudirenden Jugend als ermuthigen⸗ des und zur Nacheiferung aufforderndes Muſter vorleuchtet, ſo ſchließt das ſo eben Geſagte für ſie zugleich die Mahnung in ſich, die Beſchäfti⸗ gung mit Schiller's Schriften nur an der Hand treuer Lehrer zu beginnen und ſich bei derſelben für die ganze Schulzeit ihrer Leitung anzuver⸗ trauen. Denn zwiſchen den erſten ſchriftſtelleriſchen Verſuchen, die Schiller ſelbſt(in der Vorrede zum 2. Theile der Sammlung ſeiner Gedichte, 1800) wilde Produkte eines jugendlichen Dilettantismus nennt, und den Erzeugniſſen ſeiner letzten Periode iſt ein gewaltiger Unterſchied, und wenn ich jetzt noch auf die hervorſpringendſten Eigenthümlich⸗ keiten aufmerkſam machen werde, durch welche Schiller's Schriften Euch, liebwerthe Schüler, ächten Genuß zu gewähren, Euern Schönheits⸗ ſinn zu wecken und zu bilden, Euer ſittliches Ge⸗ fühl zu beleben und zu läutern, Euern Willen zu kräftigen und in die rechte Bahn zu lenken