Aufsatz 
Schiller, der Liebling der Jugend. Rede, bei der Schillerfeier ... 1859 gehalten
Entstehung
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und der Menſchheit in dem, was er gewirkt und gewollt, ſtets leben.

IV.

Was aber Schiller gewollt hat und wodurch er ſtets leben und wirken wird, das finden wir mehr noch, als in ſeinem Leben, in ſeinen Schriften vor. Denn wenn auch dieſe zum Theil erſt durch ſein Leben ihr volles Verſtändniß und ihre volle Würdigung erhalten und dieſelben Vorzüge, welche ſein ganzes Leben zieren, ſich uns auch in ſeinen Schriften zeigen, ſo bot ſein Leben ihm doch nicht Gelegenheit genug, den vollen Inhalt ſeines Geiſtes äußerlich zu bethätigen, und ſo kann die ganze Fülle der fruchtbaren Ideen, in welchen Schiller's ganzes Streben ſich bewegte, aus ſeinem eng begrenzten Leben uns nicht ſo klar und rein und vollſtändig entgegentreten, als aus ſeinen Schriften.

Eine ausführliche Darſtellung des Entwick⸗ lungsganges, den Schiller als Schrift⸗ ſteller genommen, würde die Grenzen der meiner Rede gezogenen Zeit zu weit überſchreiten. Nur das glaube ich im Anſchluß an die Beleuchtung ſeines Lebens hervorheben zu müſſen, daß Schiller dieſelbe Tapferkeit und Unermüdlichkeit des Stre⸗ bens, welche ſein ganzes Leben kennzeichnet, auch bei ſeiner Ausbildung als Schriftſteller bewährte. Nur hierdurch, nur durch den Fleiß, den keine Mühe bleichet, nur durch den angeſtrengteſten und ausdauerndſten Kampf mit den bedeutenden Schwie⸗ rigkeiten, welche theils ſeine eigene Natur, ſeine