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mochte, ſich ſelbſt zu verbannen, das bezeugen ſchon die Worte, welche er aus ſeinem erſten Ver⸗ ſteck zu Oggersheim an ſeine innigſt geliebte Schweſter ſchrieb:„Daß meine völlige Trennung von Vaterland und Familie nun entſchieden iſt, würde mir ſehr ſchmerzhaft ſein, wenn ich ſie nicht erwartet und ſelbſt befördert hätte, wenn ich ſie nicht als die nothwendigſte Fuͤhrung des Himmels betrachten müßte, welcher mich in meinem Vater⸗ lande nicht glücklich machen wollte. Auch der Himmel iſt es, dem wir die Zukunft übergeben, von dem wir, Gott Lob, nur allein abhängig ſind. Ihm übergebe ich Euch, meine Theuern; er erhalte Euch feſt und ſtark, meine Schickſale zu erleben und mein Glück mit der Zeit theilen zu können.“
Wie mögen einem ſolchen Gottvertrauen gegenüber, deſſen Bewährung Schiller's ganzes ferneres Leben iſt, die kleinen Seelen beſtehen, welche ihn als Religionsverächter verdächtigen, weil er ſeine Religion nicht in ihre Formeln kleidete, und wohl mehr noch, weil ſie das leben⸗ dige Weſen ſeiner Religion nicht kennen. Es war freilich nicht die ihrige: Schiller ſtand zu ſeinem Gott nicht in einem bloß äußern Verhältniſſe; er trug ihn in ſich. Er bewahrte ſich den himm⸗ liſchen Glauben an das Göttliche im Menſchen⸗ geiſte:
„Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht ſahn,
Es iſt dennoch das Schöne, das Wahre!
Es iſt nicht draußen, da ſucht es der Thor; Es iſt in dir, du bringſt es ewig hervor.“


