Aufsatz 
Schiller, der Liebling der Jugend. Rede, bei der Schillerfeier ... 1859 gehalten
Entstehung
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da haben wir den Anreiz ganz anderswo zu ſuchen. Dagegen werden tauſend und aber tauſend Jüng⸗ linge zugleich mit dem Abſcheu gegen jenes Raͤuber⸗ ideal,von welchem nur Knaben ſich können be⸗ ſtechen laſſen, tiefen Haß einſaugen gegen die Schlechtigkeit, welche als Räuber zu rächen Karl Moor ſich berufen wähnt, einen ſittlichen Haß, der von der Liebe zum Guten unzertrennlich iſt. Für Schiller ſelbſt aber geben dieRäuber das herrlichſte Zeugniß, daß er die erſte, gröbſte Verirrung des Freiheitsdranges bei Zeiten in ſich und durch ſich ſelbſt überwunden hat. Die Schöpfung derRäuber iſt der erſte Akt ſeines innern Läuterungsprozeſſes, ſeines Ringens und Kämpfens um ſittliche Freiheit. Dieſen Kampf hat er mannhaft ſein ganzes Leben hin durch geführt, zunächſt gegen die in ſeinem Innern tobende Naturgewalt roher Leidenſchaften, welche ſeine Einbildung eine Zeit lang mit unſchönen und unſittlichen Bildern befleckte. Und er gaus dieſem innern Kampfe ſo ſiegreich hervorgegangen, daß der Mann, welcher ihn in ſeiner letzten Lebensperiode ſo tief erkannte, wie gewiß kein zweiter unter den Zeitgenoſſen, daß Göthe in ſeinem Epilog zurGlocke von ihm das kühne Wort ausſprechen durfte:. Hinter ihm, in weſenloſem Scheine, Lag, was uns Alle bändigt, das Gemeine. Sein Geiſt ſchritt nnabläſſig fort In's Ewige des Wahren, Guten, Schönen. Und ſeine Wange glühte roth und röther Von jener Jugend, die uns nie entfliegt,