Aufsatz 
Schiller, der Liebling der Jugend. Rede, bei der Schillerfeier ... 1859 gehalten
Entstehung
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den Stab brechen? Müſſen wir ihm nicht viel⸗ mehr unſere Bewunderung zollen, wenn wir den in ſeinem Herzen kochenden Unmuth ſich Luft machen ſehen in ſeiner erſten großen Dichterthat, wenn er in den Räubern zwar eine ungeheure Verirrung des Freiheitsdranges, die unberechtigte, voreilige und anmaßliche Auflehnung des Einzel⸗ willens gegen die allgemeine ſittliche Ordnung der menſchlichen Geſellſchaft darſtellt, aber uns zu⸗ gleich durch das erſchütternde Gemälde ihrer ver⸗ derblichen Folgen die Anerkennung dieſer Ver⸗ irrung als ſolcher aufzwingt?Aber die Räuber ſind doch ein gefährliches Beiſpiel für die Jugend. Iſt es doch vorgekommen, daß ſich in Folge der Aufführung oder der Lektur dieſes Stückes unter Schülern Räuberbanden gebildet haben. Allerdings; aber es iſt auch vorge⸗ kommen, daß Knaben es ſich haben einfallen laſſen, einen Kameraden an's Kreuz zu ſchlagen, um die Kreuzigung unſeres Heilandes nachzu⸗ ahmen. Was wollen ſolche Erſcheinungen anders ſagen, als daß Knaben eben Knaben ſind und in der einen oder andern Weiſe Knabenſtreiche machen werden, wir mögen ſie halten, wie wir wollen? Und ſie werden hundertmal auf Anläſſe der ge⸗ meinen Wirklichkeit das Räuberſpiel treiben, ehe ein einziges Mal der Fall vorkommt, daß Schiller ſie dazu verleitet. Eine ſolche Thorheit aber iſt ihnen leicht auszutreiben und unſchädlich zu machen. Und wo dergleichen mehr ſein ſollte, als eine durch den natuͤrlichen Nachahmungstrieb erzeugte Thorheit, da iſt gewiß nicht Schiller daran Schuld;