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Von jenem Muth, der, früher oder ſpäter,
Den Widerſtand der ſtumpfen Welt beſiegt,
Von jenem Glauben, der ſich ſtets erhöhter
Bald kühn hervordrängt, bald geduldig ſchmiegt,
Damit das Gute wirke, wachſe, fromme,
Damit der Tag dem Edlen endlich komme.“
Und hiermit iſt zugleich die zweite Eigen⸗ thümlichkeit bezeichnet, durch welche Schiller's Leben auf die Jugend ſo mächtig und ſo ſegens⸗ reich einwirkt: es iſt die hohe Idealität ſeines Strebens. Dieſe hängt mit ſeinem Freiheitsſtreben auf's Innigſte zuſammen. Zur wahren Freiheit wird Niemand gelangen, deſſen Streben nicht idealer Natur iſt, und weſſen Geiſt nicht ſchon in der Jugend auf Ideales gerichtet war, der wird ſich auch in ſpätern Jahren ſchwer⸗ lich für ein Ideal begeiſtern. Unter allen deutſchen Männern und Dichtern aber iſt keiner, aus deſſen Leben die Begeiſterung für ideales Streben ſo lauter und gewaltig in den jugendlichen Geiſt hinüberſtrömt, als aus dem Leben Schiller's. Nicht nur die Helden ſeiner epiſchen und dra⸗ matiſchen Dichtungen ſind dem Jüngling die ein⸗ dringlichſten Muſter idealen Strebens: in dem Dichter ſelbſt ſtellt ſich ihm ein herrliches, zur Nachahmung aufforderndes Vorbild dar.
Schiller's ganzes Streben war von Anbe⸗ ginn auf Thaten gerichtet, un Izwar auf frucht⸗ bare, auf ſegensreiche Thaten, auf Thaten, welche der ganzen Menſchheit zu gute kommen ſollten. Daß er trotzdem nicht durch unmittelbares Ein⸗ greifen in das geſellſchaftliche und ſtaatsbürger⸗ liche Leben groß geworden iſt, davon lag der


