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Leistung nach dem Urteile von Heydens, der bemerkt, dass er grade hierbei Kirschbaums umfassende Kenntnis der kleinsten Naturobjecte nur habe bewundern können. Seine Stellung als Sekretär des naturhistorischen Vereins und seine Bedeutung als Naturforscher brachte es mit sich, dass er zum wirklichen, correspondierenden oder Ehren-Mitgliede sehr vieler Akademieen, naturforschenden Gesellschaften etc. des Inlandes und des Aus- landes ernannt wurde, so der Russischen entomologischen Gesellschaft zu St. Petersburg, der Kaiserlich- Leopoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher, der Akademia Gioenia zu Catania, der Sociedad Zoologica zu Corduba in der Argentinischen Republik u. s. w. Auf den Naturforscher-Versamm- lungen war er ein gern gesehenes Mitglied, und wurde ihm stets in einer der Sectionen das Amt eines Vorsitzenden zu teil.
Als am 20. December 1879 der Nassauische Verein für Naturkunde sein 50 jähriges Jubiläum und gleichzeitig Kirschbaum sein 25jähriges Jubiläum als Museums-Inspektor feierte, wurde er von Sr. Majestät dem Kaiser durch Verleihung des roten Adlerordens IV. Klasse ausgezeichnet und erhielt bei der Gelegenheit auch das Ehrendiplom von der Zoologischen Gesellschaft in Amsterdam und von der Sencken- berg'schen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt a. M. Es war die letzte grosse Freude, die ihm zu teil werden sollte. Nachdem er schon im Herbste 1878 einen apoplectischen Anfall gehabt hatte, rührte ihn am Sonntag den 29. Februar c. ein Gehirnschlag, der am 3. März seinem Leben ein Ende machte.
Die Anstalt hat in ihm einen treuen Lehrer verloren, der sich stets eifrig bemüht hat seine Schüler geistig zu fördern, der Wissenschaft ist ein kenntnisreicher Gelehrter und ausgezeichneter Forscher entrissen; das Lehrerkollegium des Gymnasiums aber betrauert das Hinscheiden eines liebenswürdigen Freundes und theuren Amtsgenossen.
Am 6. März Nachmittags 3 Uhr geleiteten wir die sterbliche Hülle des Verblichenen zur letzten Ruhestätte. Die Schüler und Lehrer des Gymnasiums eröffneten den grossartigen Leichenzug. Abiturient Bayer trug dem Wagen die Insignien des dem Verstorbenen vor kurzem verliehenen roten Adlerordens voraus. Dem Sarge folgten der Vorstand des Nassauischen Vereins für Naturkunde, die Spitzen der hiesigen Behörden sowie eine grosse Anzahl von Beamten und Bürgern. Auch Deputationen auswärtiger natur- wissenschaftlicher Vereine waren erschienen. Am Grabe sang zuerst der Gesangchor des Gymnasiums das Lied„Wie sie so sanft ruhen“. Dann hielt Herr Consistorialrat Ohly die Leichenrede, in welcher er sich über des Heimgegangenen Thätigkeit als Lehrer, seine Verdienste um die Wissenschaft, sowie über sein glückliches und reines Familienleben mit ergreifenden Worten verbreitete. Der Gesang„Auferstehn, ja auferstehn!“ schloss die ernste Feier..
Die Schule wird dem Entschlafenen auf immer ein treues Andenken bewahren. Er ruhe in Frieden!
13) Zur Vorfeier des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs veranstaltete das Gymnasium am Samstag den 20. März eine öffentliche Schulfeier in der Aula. Bei derselben sprach der Oberprimaner GCramer in einem freien Vortrage über das Thema:„Die Hohenzollern im deutschen Liede“ und der GymnasiaHfehrer Dr. Widmann hielt die Festrede über Scharnhorst als den Organisator des preussischen Heerwesens..
14) Während der bevorstehenden Osterferien werden die Klassen des Gymnasiums in das erveiterte Gymnasialgebäude zurück verlegt werden. Durch die Erbauung des neuen Stockwerkes sind der Anstalt nicht nur die unentbehrlichsten Klassenräume verschafft worden, sondern auch besondere Säle für den natur- wissenschaftlichen und den Zeichen-Unterricht und ein Raum für die Bibliothek. Zudem haben die Lokale der zwei unteren Stockwerke manche Verbesserungen erfahren, sind mit neuen zweckmässigen Oefen aus- gestattet, mit Ventilationsvorrichtungen versehen worden etc. Die Anstalt hat daher allen Anlass, sich des glücklich vollendeten Baues zu freuen, und der Unterzeichnete hält es für seine Pflicht, den hohen Behörden für die bewiesene Fürsorge den gehorsamsten Dank hierdurch auszusprechen. Ebenso gebührt dem Königlichen Bauinspector Herrn Helbig, unter dessen bewährter Leitung die bei der Construction des Gebäudes keineswegs leichte Lösung der bautechnischen Aufgabe trefflich gelungen ist, seitens der Schule der wärmste Dank.


