Aufsatz 
Geschichte der Friedrichsschule zu Wiesbaden : Separatabdruck aus dem Programm des königlichen Gymnasiums, Ostern 1880 / von Fr. Otto, Oberlehrer am königlichen Gymnasium zu Wiesbaden
Entstehung
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wöchentlich! Der Rector erhielt eine Zulage von 200 fl. und 4 Malter Korn zu 4 ½ fl. in Geld, ferner von nun an die Hälfte des Schulgeldes, nach Abzug der Miethe u. s. w.; der Conrector 525 fl., 12 Malter Korn und 6 Malter Gerste, sowie die andere Hälfte des Schulgeldes; man berechnete seine Besoldung auf 873 ½ fl.

Natürlich konnte die übermässige Belastung der Hauptlehrer nicht auf die Dauer bestehen. Eine Abhülfe fand indessen erst statt, als im Herbste 1816 der ebenfalls katholische J. B. Fischer von Limburg, welcher bis dahin ein Beneficium simplex auf dem sog. heiligen Kreuzberge bei Camberg genossen und seit zwei Jahren Erzieher im Hause des Präsidenten v. Schütz gewesen, gegen die Zusage, sein Beneficium auf- zugeben, sich um eine Anstellung im Schuldienste bewarb. Da die Reorganisation der gelehrten Anstalten im Werke war, so wurde derselbe für den Winter mit einem monatlichen Gehalte von 40 fl. als Hülfslehrer angestellt, wodurch die Stundenzahl der drei Hauptlehrer, da man zugleich eine dritte Classe einrichtete, wenigstens auf 29, resp. 30 Stunden ermässigt wurde. So begann man am 2. November das letzte Semester der Friedrichsschule. Am 30. April 1817 hörte die Anstalt auf, und es trat an ihre Stelle das Pädagogium. Wir fügen noch hinzu, dass im letzten Jahre an die Stelle des Lehrers Kunz der Lehrer Maurer getreten war.

Unter den beiden ersten Hauptlehrern, Schellenberg und Bickel, bestand ein vollständiges Ein- vernehmen in Bezug auf alle pädagogischen Fragen. Der Verfasser dieses, welcher beide kannte, erinnert sich noch gerne, mit wie freudiger Anerkennung Jeder von des Anderen Verdiensten und Thätigkeit sprach und die Harmonie rühmte, welche zwischen ihnen in Bezug auf alle Fragen des Unterrichts und der Disciplin bestand. Schon der Eintritt des ersten französischen Sprachmeisters, so eifrig, kenntnissreich und ehrenhaft er war, änderte dies harmonische Zusammenwirken, da er in Methode und Disciplin nicht ganz den Wünschen entsprach. Noch mehr mochten später die Lehrer auseinandergehen. Daher das Bedürfniss nach Conferenzen, in denen man über alle Gegenstände des Schullebens sich besprechen und Beschlüsse fassen könne, welche, wenn sie von dem Ephorus bestätigt waren, für alle bindend sein sollten. Der hierauf abzielende Antrag des Rectors vom 10. März 1811 wurde am 19. März von der herzogl. Regierung genehmigt. Protocolle dieser monatlichen Conferenzen haben wir bei den Acten nicht gefunden.

Folgendes Schema gibt einen raschen Ueberblick über den Wechsel im Lehrerpersonal:

Französisch. Schreib- LZeichen. Rechen-

Rector. Conrector. de rnehe Hultslehrer. meister. meister. meister. 1806.... Schellenberg Bickel Hildenbrand

1807.... Gladbach Kunz 1808.... Köpp 3 1809.... Vigelius 1811.... Herrmann** 1814.... Steinmetz.*

V 1816.. Fischer* Maurer

4. Die Frequenz der Schule zeigte eine stetige Zunahme. Folgende Angaben finden sich aus

den ersten Jahren vor:

1806 65 Löglinge 1807 66 1808 74 1809 75⁵ 1810 83