86
entweder die Besserung des von demselben betroffenen Schülers oder dessen Auswei- sung aus dem Gymnasium zur Folge haben musste und im verfiossenen Schuljahre in allen Füllen zur gewünschten Besserung der betreffenden Schüler gefühfrt hat.
Die in dem vorhergehenden Schuljahre zur Herbeiführung eines anständigen und gesitteten Verhaltens innerhalb der Schulräume und zur Beseitigung des Lärmens vor dem Beginne der Lehrstunden und während der Unterrichtspausen ergriffenen Mass- regeln, über welche im Programme von 1863 S. 35 berichtet worden ist, sind auch in dem verflossenen Schuljahre in unausgesetzter Anwendung geblieben. Den aus- wärtigen Schülern widmete die Anstalt durch Besuche derselben in ihren Wohnungen von Seiten der Classenordinarien, sowie durch geeignete Verbindung mit den Haus- wirthen besondere Fürsorge. Das Gymnasium erkennt hierin eine seiner wichtigten Pflichten und muss unbedingt verlangen, dass es in der Leitung und Beaufsichtigung der auswärtigen Schüler von den Kostgebern derselben bereitwillig unterstützt werde. Der Unterzeichnete wird auch fernerhin sehr gern bereit sein, auswärtigen Eltern, welche ihre Söhne dem hiesigen Gymnasium anzuvertrauen beabsichtigen und dieselben nicht bei Verwandten unterbringen können, geeignete Wohnungen nachzuweisen.
L. Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler.
Von den Lehrern des Gymnasiums wurde Professor Dr. Guntz, welcher wäll- rend der Osterferien erkrankt war, vom Beginne des Schuljahres bis zum 2. Juni seiner Wirksamkeit entzogen, übernahm jedoch an dem genannten Tage den grössten Theil seiner Lehrstunden wieder und trat mit dem 30. Juni in seine volle Berufsthätigkeit wieder ein. Im Uebrigen war der Gesundheitszustand der Lehrer rechit befriedigend und der Lehrplan konnte, da die Lehrstunden einzelner Lehrer, welche vorübergehend durch Unwohlsein in ihrer amtlichen Thätigkeit gehindert waren, durch die Amts- genossen aufs bereitwilligste übernommen wurden, ohne irgend eine erhebliche Stö- rung durchgeführt und somit das Lehrziel vollständig erreicht werden. In den Kreis unserer Schüler hat im verflossenen Schitljahre weder der Tod eine Lücke gerissen, noch sind wir durch eine bedenkliche Krankheit irgend eines derselben in Besorgniss ver- setzt worden. Dagegen erlitt bei verlüältnissmässig vielen Schülerm der Schulbesuch durch längeres oder kürzeres Unwohlsein eine bedauernswerthe Unterbrechung, und unter diesen Schülern befinden sich manche, welche und zwar ohne Zweifel zum Dheil in Folge häuslicher Verwöhnung so verweichlicht sind, dass sie keiner Ungunst der Witterung ohne Gefahr einer Gesundheitsstörung sich auszusetzen vermögen und selbst bei der grösseren Unterrichtspause lieber im warmen Zimmer verweilen als in frischer Luft mit ihren Mitschülern spielen oder sich bewegem wollen. Je höher wir das Gut’ der Gesundheit und der körperlichen Rüstigkeit auch für den Jünger der Wissenschaft anschlagen und je mehr wir uns angelegen sein lassen, die Pflicht der Abhärtung und Krättigung des Körpers unseren Schülern stets nahe zu legen und von den Ein- richtungen unserer Anstalt Alles entfernt zu, halten, was auf die Gesundheit unserer
*6


