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Graecum), gallische Narde(nardus(allicus), Kostwurz(costum), Datteln(palma), Cyperngras(cyperos), Casia(casia), alles mit altem, fein gepulvertem Peche vermischt, auch wohl geläutertes nemeturisches Pech(pix Nemeturica) zu. Hatte er trotz aller Vorsicht doch einen leichten brenzlichen Geschmack angenommen, so wurde dieser durch das Hineinwerfen von grossen Nüssen vertrieben; angebrannter, am Kessel angesetzter Most konnte nicht mehr zur Weinverbesserung genommen werden. Die Menge der angewandten Gewürze richtete sich nach dem Geschmacke des Be- sitzers, doch betont Columella, der eine grosse Menge von Zutaten anführt, dass der Käufer keinen hervorstechenden Würzgeschmack am Weine wahrnehmen dürfe, da dieser die Güte des Weines beeinträchtige. Defrutum und sapa hielten sich in geölten Bleigefässen aufbewahrt sehr lange. Sie wurden mit Wasser, Milch und Honig vermischt getrunken, sowie als Speisewürze und Arzneimittel verwendet, auch dienten sie zum Einlegen von Trauben und Oliven sowie zum Bestreichen des oberen Randes der Dolien, soweit sie nicht mit Wein angefüllt waren. Zum Verstechen der schlechteren Weine konnte der eingekochte Most, sowie er abgekühlt war, benutzt werden, doch hielt man es für praktischer, da er selbst in diesem Zustande sauer werden konnte, erst durch ein Jahr langes Liegen seine Güte und Haltbarkeit zu erproben. Der junge aus dem Kübel genommene Most musste zwei Tage stehen, um sich wieder zu beruhigen, am dritten Tage setzte man dann das defrutum zu und liess beides zusammen gähren. Auf zwei Urnen Most wurde eine halbe Unze feingestossenes, in einer Thonpfanne(urceus fictilis) auf dem Feuer geröstetes, weisses Salz, eine halbe Unze in altem Weine geweichtes, getrocknetes Bockshornkraut, sowie, wenn sich der Most vollkommen gesetzt hatte, dasselbe Mass feinen Gyps- mehles(flos gypsi) zugefügt. Auf diese Weise behandelt, konnte sich sogar der Most aus sumpfigen Gegenden halten.
Da die in ltalien sehr beliebten griechischen Weine mit Seewasser versetzt waren, so suchte man diesen Geschmack nachzuahmen. Die griechische Sitte wurde darauf zurückgeführt, dass ein Sklave, der Wein aus einem Fasse gestohlen hatte, das fehlende Quantum durch Meerwasser ersetzte, wodurch der Wein an Güte gewann. Das Meerwasser wurde an heiteren, windstillen Tagen möglichst weit von der Küste entfernt, wo das Wasser am klarsten, salzigsten und reinsten ist, etwa siebzig Tage vor der Weinlese geschöpft und in einem Fasse, dessen Deckel die Luft durchliess, dreissig Tage stehen gelassen. Hierauf goss man das Wasser vom Bodensatze in ein anderes Gefäss und liess es wieder zwanzig Tage unberührt stehen.²) Alsdann wurden die drei Tage lang getrockneten, gut ausgelesenen und von den Kkämmen abgepflückten Beeren verschiedener Traubensorten in ein mit diesem abgestandenen Seewasser gefülltes Fass eingedrückt, das dann verschlossen wurde. Nach drei Tagen nahm man die Beeren wieder heraus und presste sie in der Kelter aus. Der nun herauslaufende Most wurde in reine trockene Dolien gefüllt, die tagszuvor mit auf glühenden Kohlen gelegten Würzkräutern(Rosmarin, Myrthen u. s. W.) ausgeräuchert waren, nach vierzig Tagen mit etwas sapa versetzt auf Amphoren gezogen, und diese vier Tage in die Sonne gelegt. Eine andere Art bereitete man aus Seewasser, Salz und altem amineischen Weine, der auch durch Mischwein ersetzt werden konnte. An Wohlgeschmack sollte dieser nachgeahmte griechische Wein kaum dem koischen
³) Colum. XII, 21 berichtet, dass sein Oheim Markus Col. dieses Wasser 6 Jahre? stehen liess.


