Aufsatz 
Weinbau und Weinbereitung der Römer / von F. Orth
Entstehung
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Gattin, seinen Kindern und Freunden auf das lange vernachlässigte(ut. Gastereien, Trinkgelage, Mummenschanz wechselten in bunter Reihenfolge, die Alten standen der Jugend nicht nach an Ausgelassenheit und Ubermut. Die Keltertreter mit geschminkten Qesichtern, häufig auch mit Masken versehen, sprangen laut jauchzend in den Bottich, und verkleidete Weiber tanzten, Bacchantinnen gleich, in wilder Lust unter den Feiernden. Die Tabernen an den Landstrassen wurden nicht

kaufen oder Abschlüsse für den neuen Wein zu machen; die Wege nach der Stadt waren gedrängt voll von flökern, welche die Tafeltrauben in Tragkörben zu Markte brachten.

Die Weinlese war eine der Arbeiten, die nur an Werktagen ausgeführt werden durften, während Mosteinkochen und das Schneiden von Trauben zum Einmachen

der Trauben galt als gemein. Die Trauben, aus welchen der köstlichste Wein bereitet wurde, waren niemals besonders wohlschmeckend. Um diejenigen Trauben, welche nicht sofort verkauft wurden, monatelang frisch zu erhalten, hatte man mannigfache Arten der Aufbewahrung, bei denen es hauptsächlich darauf ankam,

Deckel des Fasses verschloss. Eine andere Methode war, die Trauben einzeln auf Hürden auszubreiten, in Gerstenkleie oder in Spreu einzulegen oder sie in ein verpichtes, schüsselartiges Gefäss nebeneinander zu legen und dasselbe fest ver- schlossen, mit Steinen beschwert in den Brunnen herabzulassen. Auch am Stocke selbst konnten sie monatelang frisch erhalten werden, indem sie mit einem eigens zu diesem Zwecke gefertigten Thon- oder Glasgefässe umgeben wurden, dessen Deckel in der Mitte geteilt war und sich fest um den Stiel schloss. Das Gefäss hatte vier Henkel, an welchen es am Stocke festgebunden werden konnte. In Ligurien üblich war das Trocknen der Trauben an der Sonne, die dann in vergypsten Gefässen luftdicht verschlossen aufbewahrt wurden, durch den Kaiser Tiberius wurde das Räuchern im Ofen und in Schmiedewerkstätten Mode, da der fHierrscher diese Rosinen- art, die einen ganz eigentümlichen Geschmack hatte, besonders gern ass; vor seiner Zeit waren die rhätischen und veronesischen Tafeltrauben beliebt gewesen. Die hellen süssen, grossbeerigen Trauben hielt man kurze Zeit in kochende Lauge von Weinrebenasche, der etwas Ol beigemischt war, liess sie abtropfen und legte sie halbtrocken in ungepichte Gefässe, deren Deckel verklebt wurde. Auch in Most, sapa, oder geringen Wein eingelegte Trauben hielten sich lange, galten aber als un-