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hölzerner Fässer mit Reifen¹⁰)(cupae) zum Aufbewahren des Weines bediente, waren südlich vom Apennin Fässer aus gebranntem Thone im(ebrauche. Das kürbis- förmige dolium ¹¹) verengte sich oben zu einer ganz kurzen, weiten Halsöffnung, die mit einem genau passenden Deckel verschlossen wurde. Der Rand der Offnung hatte eine rinnenartige Vertiefung, in welche beim Offnen des Deckels das zum luftdichten Verschlusse dienende Pech oder Harz fallen musste, so dass einer Ver- unreinigung des Weines vorgebeugt war. Die kleinere seria!*) hatte einen längeren Hals, an dem sich zwei Henkel befanden, und eine Spitze am Boden, womit sie in den Sand des Kellers eingedrückt wurde. Allem Anscheine nach bildete sie den Ubergang zu der schmalen, langgezogenen Amphora, welche die Stelle unserer Flasche vertrat. Gewöhnlich aus Thon, seltener aus Glas bestehend, lief die Amphora welche einen langen Hals und zwei Henkel hatte, unten in eine Spitze aus, So dass sie entweder im Keller in den Boden eingedrückt oder an der Wand lehnend auf- bewahrt wurde. Beim Kredenzen des Weines im Speisezimmer standen die Amphoren auf dem abacus, einem Anrichtetische, dessen Platte mit Löchern versehen war. Der Hals der Amphoren wurde mit einem Korkstopfen geschlossen, der vergypst oder verpicht wurde. Auf den thönernen Amphoren wurde der Jahrgang und der Name des Consuls, unter welchem der Wein eingelegt war, eingeritzt, an gläserne hing man kleine Täfelchen(pittacia) mit der entsprechenden Bezeichnung. ¹³) Die Dolien und Serien waren beweglich oder im Keller fest eingegraben. Das Verfahren des Auspichens bei den feststehenden war folgendes: Nachdem die Fässer gereinigt waren, wurden sie vermittels brennender eiserner Lampen, die man in dieselben hielt, erhitzt, dann wurde das flüssige Pech hineingegossen, mit einem Kratzer gleichmässig nach allen Seiten verteilt und mit einer Bürste verwischt. Zum zweiten Male musste das Verteilen und Verwischen mit neuem Löffel und neuer Bürste wiederholt werden. Die beweglichen Gefässe wurden dagegen viele Tage vor dem Verpichen in die Sonne gestellt, bis sie gehörig durchsonnt waren. Alsdann kehrte man sie um, so dass die Halsöffnung nach unten kam, legte drei kleine gleichmässig hohe Steine unter den Rand und entzündete ein Feuer darunter, bis der Boden des Dolium so
¹⁰) P. Weise, Weinbau in Gallien und an der Mosel p. 26 berichtet von den Funden bei Neumagen an der Mosel:„Eine grosse Sandsteinskulptur, wohl das Grabmonument eines reichen Weinhändlers, zeigt ein mit Fässern beladenes Schiff. Die Fässer von gedrungener Form haben an beiden Enden Reifen und ent- sprechen den heute noch in Baden und dem Elsasse üblichen. Auch an der Trajanssäule sind Fässer mit Reifen abgebildet.“ 1¹) Abbildung bei Rich p. 228. Ein bei Antium gefundenes Exemplar mit drei Zoll dicker Wandung fasst 18 amphorae. Diogenes soll in einem Dolium gewohnt haben. Juvenal Satiren XIV, 308. ¹²) Im Städtischen Altertumsmuseum zu Frankfurt a. M finden sich sechs grosse Thongefässe, die in einem römischen Keller bei Heddernheim gefunden wurden. Sie sind dickbäuchig mit engem Halse und zwei Henkeln, am Boden ist eine kurze Spitze, mit der sie in den Sand des Kellers eingedrückt wurden. Auf einem der Gefässe befindet sich ein Deckel. Da aus Col. XII, 28 hervorgeht, dass die seria sieben Amphoren fasste, mithin kleiner als das dolium war, so stehen wir nicht an, da auch die übrigen Kennzeichen passen, diese Gefässe als seriae und nicht als amphorae, entgegen der Benennung im Museum, zu bezeichnen, eine Ansicht, die sich mit der von Rich geg. Abb. eines in einem Weinkeller Roms gefundenen Exemplares deckt. (Rich p. 563.) ¹3) Ebenfalls im Städt. Altertumsmuseum zu Frankfurt a. M. finden sich fünf grosse Spitzamphoren aus hellem Thone. Sie sind sehr lang gezogen und haben eine lange, schmale Spitze. Drei stammen vom Rheine, zwei aus der Umgegend von Frankfurt. Gläserne Amphoren erwähnt Petronius, 34, 6: Statim allatae sunt amphorae vitreae diligenter gypsatae, quarum in cervicibus pittacia erant affixa.— Die Aufschriften der Amphoren enthielten die Weinsorte, den Jahrgang und die Firma des Lieferanten. Das früheste Konsulat, das auf den erhaltenen etikettierten Amphoren(amphorae litteratae) vorkommt ist das Jahr 107 v. Chr.(Marquardt p. 403.)


