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(rubus), Binsen(juncus), Schilf(ulva) und im Schatten getrocknete Rohrblätter (arundinum folia in umbra siccataꝗ. Während für die Bepfählung der Stöcke der Dezember geeignet war, musste man mit dem Anheften(alligatio) bis zur milderen Jahreszeit warten, weil die Reben meistens von der Kkälte erstarren und daher leicht brechen.
Das Behacken.)
Dem Anbinden folgte eine weitere Bodenbearbeitung, die den Zweck hatte, die Erde zu lockern und das Unkraut zu beseitigen. In grossen, weitläufig angelegten Weinpflanzungen wurde das zwischen den Zeilen liegende Land gepflügt, eine Be- arbeitungsart, die nicht allgemeine Anerkennung fand, weil die Stöcke leicht von dem Zugvieh beschädigt werden konnten, und fast immer Erdbänke(scamna) stehen blieben, die später doch mit dem Karste zerteilt werden mussten. Auch bei sorg- fältigem Pflügen musste man doch in der Nähe der Stöcke mit der Hacke die Erde auflockern. Die meisten Agrarschriftsteller raten daher, den Boden des Weinberges nur mit dem Karste, und zwar sehr oft zu bearbeiten. Während Columella es für notwendig erachtet, vom ersten März bis in den Oktober hinein den Weinbergs- boden allmonatlich zu pflügen und zu behacken, beschränkten sich andere Landwirte mit Rücksicht auf die hohen Kulturkosten darauf, den mit jungen Pflanzen bestandenen Weingarten viermal, den mit älteren Rebstöcken besetzten dreimal umzurühren, und zwar vor der Knospe, vor der Blüte und vor der Reife der Früchte oder wie man sagte, vor dem Aufgange der Pleiaden, dem Aufgange des Hundssterns und dem Untergange der Pleiaden. Kann nach der Ansicht der einen das Weinfeld nicht oft genug mit dem Pfluge oder der Hacke bearbeitet werden, so warnen dagegen andere vor zu intensiver Bearbeitung des Bodens, weil hierdurch die Trauben nur dünnschalig werden und leicht bersten. Zumal ältere Weinstöcke bedürfen ihrer Ansicht nach nicht häufig der Hacke, weil wegen des grösseren Schattens, den ihr dichteres Laub wirft, das Unkraut nicht so üppig wuchern kann als zwischen jungen Pflänzlingen. Allgemein hielt man es aber für notwendig, das Unkraut sorgfältig zu entfernen. Am besten sollte es mit der Hand von den Arbeitern herausgerissen und auf Haufen geworfen werden, um nicht wieder feste Wurzeln fassen zu können. Bei Regenwetter sollten die Hackarbeiten unterbleiben, weil der schmierige Boden, wenn er wieder trocken geworden ist, leicht rissig wird; die trockenen Schollen hatten die Winzer zu zerschlagen und möglichst in Staub zu verwandeln, der dem Weinstocke zur Nahrung, den Trauben zum Wachstume und zum Schutze gegen die glühenden Strahlen der Sonne, wie gegen die feuchte Kälte des Nebels dient. Aus diesem Grunde wurden nach Theophrast ausser Trauben auch Feigen, Melonen und Kürbisse bei der beginnenden Reife absichtlich mit Staub bestreut. Hack- und Stäubearbeiten sollten nicht zur heissen Jahreszeit in Angriff genommen werden, am geeignetsten wurden die Morgenstunden bis acht Uhr frühe und die Zeit von drei Uhr nachmittags an gehalten. Wenig ertragreiche Weinberge verbesserte man durch Untergraben von Lupinen, von denen 4 Modii auf jeden Weinberg gesäet und eingeeggt wurden. Waren die Pflanzen genügend ins Kraut gegangen, so wurden sie als Gründüngung untergepflügt.
¹) Varro I, 31; Vergil 354, 418; Col. IIIl, 4; IV, 5, 7 u. 14, V, 5; XI, 2; de arb. 12. Plinius XVII, 35; Pall. IV, 7; IX, 1; Geop. III, 10. 3


