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wegen seiner Völlerei keinen guten Ruf genoss. Da schon Plato ²*) des grossen Weinverbrauches bei den Kelten gedenkt, zu dessen Zeit der italische Weinbau noch auf einer niedrigen Stufe stand, so werden wir in der ältesten Zeit an einen Vertrieb ſtalischer Weine in Gallien nicht zu denken haben. Ausser griechischen Weinen kann wohl nur das Wachstum der massaliotischen Weinberge auf den gallischen Markt gebracht sein. Erst später, als sich die italischen Weine eines guten Rufes erfreuten, wurde Gallien ein wichtiges Absatzgebiet für den italiscnen Weinhandel. Die Blüte der beiden Handelsstädte an dem Rhoneflusse, Arles und Lyon, wird nicht zum geringsten auf den Vertrieb des italischen Weines nach Gallien zurückzuführen sein.“s Allerdings wurde bald dem italischen Weinhandel von den Kelten selbst eine gefährliche Konkurrenz bereitet, die in vielen Gegenden den Rebbau mit Erfolg einführten. Im Interesse der italischen Weinproduzenten verordnete daher die republikanische Regierung, dass in den transalpinischen Provinzen, d. h. besonders in Gallien neue Wein- und Olpflanzungen nicht angelegt werden sollten,¹*) eine Verordnung, die bis zum Kaiser Probus nominell in Kraft blieb.¹*) Ungeachtet dieses Verbotes gewannen indessen die Rebfelder in Gallien an Ausdehnung, zumal in dem ersten Jahrhundert der Kaiserzeit in den geringeren Weinlagen ltaliens die Produktion nachliess. Von Massilia aus hatte sich die Weinkultur einmal nach dem westwärts gelegenen Aquitanien verbreitet, wo die Bituriger im heutigen Bordelais Reben anpflanzten, die von Columella und Plinius wiederholt rühmend erwähnt werden.“¹) Der gute Ruf dieser trefflichen Gewächse hat sich von den Tagen des Ausonius,**) bis auf unsere Zeit ungeschmälert erhalten. In der Provinz Gallia Narbonnensis konnten nach Strabo alle Obstsorten, die in Italien wuchsen, angebaut werden, während jenseits der Cevennen die Trauben nur selten die volle Reife erlangten.“*) Der Wein von Baeterrae (Bézier) ¹⁴), einer nordöstlich von Narbo Martius gelegenen Stadt, und die Südweine der Vokontier**) die aus der helvennatischen Traube hergestellt wurden, werden lobend erwähnt.
Einen besonderen Ruf genossen die Pechweine von Vienna*e) an dem Rhone(das heutige Vienne, so dass unter ihren Namen auch andere Weine zum Verkaufe kamen.¹*) Die an den Höhen des Allobrogerlandes(Burgund) wachsende Rebe, deren dunkler Wein durch das Liegen heller wurde, behielt ihre Fruchtbarkeit sogar in weniger gutem Boden, der allerdings die Güte des Weines beeinträchtigte. Der sich stetig erweiternde gallische Weinbau, der es auch ermöglichte, die Hügellagen des Lyonnais der Landwirtschaft dienstbar zu machen, sollte plötzlich, wie es schien, unter Domitian ernstlich gefährdet werden.*⁸) Angeblich zum Schutze des zurück- gehenden italischen Getreidebaues, in der That aber, um den römischen Wein-— grosshändlern aufzuhelfen, die infolge von Uberproduktion ihre grossen Lagerbestände nicht losschlagen konnten, erliess dieser Kaiser eine Verordnung, nach der in ltalien
²²) Plato, leges I. p. 637. ²⁸) Mommsen, R. G. VsS. 90. Im Norden trank man mehr Bier(cerevisia). **) Cicero, de re publica 3, 9, 16. ¹⁰) Vopiscus, Probus 18, 8; Eutropius 9. 17; Aurelius Victor, Caesar, 37.
¹¹) Columella III, 2; III, 9; III, 21 ¹²) Ausonius. Ordo urbium nobilium. XX, 2. ³⁸) Strabo, Geogr. IV. ¹⁴) Plinius XIV, 9. Es ist der heutige Frontignan ⁴) Plinius XxIV, 1 u. 2. 4⁶) Plin XIV, 18. Noch heute haben einige Burgunderweine Pechgeschmack. fiehn, Kulturpfl. 5. Aufl. p 711.*⁷) Martial 13, 107.
⁴⁸) Sueton, Domitian 7.


