Aufsatz 
Der Feldbau der Römer
Entstehung
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er bauen; aber auch dann noch muss er reiflich überlegen, ob die Zahl seiner Gebäude in richtigem Verhältnis zu seinen Ländereien steht.) Ebenso eindringlich wie vor voreiligem wird vor kostspieligem Bauen, auch beim Herrenhause gewarnt. Nur die Gemächer der Gattin sollen behaglich, selbst mit Luxus eingerichtet sein, um ihr den Aufenthalt auf dem Gute möglichst angenehm zu gestalten. Bei der Anlage des Herrenhauses legte man Gewicht darauf, dass die Fenster auf das Meer mit seinem wechselnden Wellenspiel, auf saftige, blumenreiche Wiesen oder dunkle Wälder führten, die eine Augen und Herz erquickende Aussicht gewährten. Erlaubte es das Gelände, so wurden die Gebäude auf einem Ssanft ansteigenden Hügel auf- geführt. Man vermied aus Gesundheitsrücksichten die unmittelbare Nähe des Meeres oder eines Flusses, aus praktischen Gründen die Nachbarschaft der Heerstrasse, da die vielen Reisenden häufig den Besitz beschädigten, oder dem(utsherrn als Gäste zur Last fielen.)

Der Gutshof zerfiel in zwei räumlich getrennte Teile; die villa urbana, das Herren- naus und die villa rustica, den Wirtschaftshof, der die Gesindehäuser(casae), Stallungen, Scheunen und Vorratsräume mit Kellern, Küchen und Speichern einschloss. Mit Stroh und Rohr gedeckte Hütten(tuguria), dienten besonders den Schäfern als Ob- dach auf dem Felde.) Die Stallungen(stabula), wurden derartig angelegt, dass die Thüren und Fenster nach Süden sich öffneten und der kalte Wind den Tieren nicht schaden konnte.) Den Pferdestall(equorum stabulum, equile) baute man an der wärmsten Stelle des Gehöftes, den Rinderstall(st. boum, bubile) in die Nähe des fHierdes,dessen Feuerglut die Ochsen lieben, während die Pferde davor scheuen.- Floss ein Fluss am Hofe vorbei, so brachte man Thüren und Fenster an der ent- gegengesetzten Seite an, um im Winter die Kälte, im Sommer schädliche Nebel und Dünste von den Gebäuden fernzuhalten. Alle zum Wirtschaftsbetriebe notwendigen Gelasse, besonders die Küche, sollten geräumig, aber nicht zu gross sein, die Ge sindestuben warm und wohnlich; war kein besonderer Pförtner angestellt, Sso wurde die Wohnung des Verwalters in die Nähe des Eingangsthores gelegt, damit er alle Kommenden überwachen konnte. Die auf dem Hofe geborenen Sklaven erhielten kleine Kämmerchen für sich als Schlafstätten, die Gefesselten dagegen waren in dem ergastulum, einem unterirdischen, aber hellen und geräumigen(Selass untergebracht, die Viehwärter schliefen in der Nähe der ihnen anvertrauten liere.¹*) Verdeckte Schuppen(tecta) für Wagen und Geräte befanden sich auf jedem Gutshofe(cohors.) Dieser letztere umfasste gewöhnlich auch zwei besonders eingefriedigte Gehege(bei Varro cohortes genannt), von denen das innere einen Tümpel(lacus) enthielt, in dem

*) Cato, lllII. *) Col. l. V. Eine eingehende Schilderung der Villa des vornehmen Römers giebt uns der jüngere Plinius im Briefe an seinen Freund Gallus. Buch II. 17.

¹⁰) Die casae und tuguria waren nach Varro in der Zeit, wo die Römer vom Hirtenleben zum Feldbau übergingen, wo man noch nicht die Mauern und Thore der Städte kannte, die Wohnstätten der Bauern. Varro, De re rustica, Ill. J. Tempus, quo agri coli sunt coepti atque in casis et tuguriis habitabant nec murus et porta quid esset sciebant. Am Ausgang des Altertums bezeichnet casa den Hiof selbst, casales(termini) und casalia(signa) die Hofgrenzen. Rudorff II. 235.

11) Varro l, 12. 13. Col. I. 6.

42) Col. I. 6,