Aufsatz 
Über den Gebrauch des Duals bei Homer / Wilhelm Ohler
Entstehung
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UBER DEN

GEBRAUCH DES DUALS BEI HOMER.

VON

DE. WILHELM OHLER.

Bekanntlich gebraucht Homer den Dual, wenn von einem Paare die Rede ist; öfters aber auch, wenn er von zwei oder mehreren Paaren spricht. Allein er hat sich nicht immer streng an diesen Gebrauch gebunden, indem er sehr häufig den Plural statt des Duals setzte. Mehrere Male hat er den Dual des Substantivs oder Pronomens mit dem Plural des Adjektivs verbunden. Oft hat er das Subjekt in den Dual, dagegen das Prädikat in den Plural gestellt. Das Participium finden wir oft im Dual, wogegen entweder das Subjekt oder das Prädikat oder beide zugleich im Plural stehen und umgekehrt. Von zwei Participien, die zu einem und demselben Subjekt gehören, steht oft das eine im Dual, das andere im Plural. Von zwei zu einem Ganzen verbundenen Sätzen sind manchmal alle Redeteile des einen Satzes im Dual, die des andern im Plural, obwohl in beiden Sätzen nur von zwei Gegenständen und zwar von den nämlichen zwei Gegenständen gesprochen wird u. dgl. m.

Aus all diesem geht zur Genüge hervor, dass der Dual schon in den ältesten Zeiten nicht als eine notwendige, sondern mehr als eine zulässige und deshalb nicht sehr gebräuchliche Form angesehen wurde; er muss von den Griechen allmählich als überflüssig betrachtet worden sein, wie auch schon daraus teilweise ersichtlich ist, dass die erste Person des Duals des Verbums nur äusserst selten vorkommt, bei Homer nur II. 23. 485.

Im folgenden soll eine Zusammenstellung mehrerer Einzelheiten im Gebrauch des Duals bei Homer versucht werden.

Kap. I.

§ 1. Anwendung des Duals bei Substantiven.

Die paarweise gebrauchten Substantiva stehen bei Homer zum weitaus grössten Teil im Plural. Von diesen nennen wir

a) das Substantivum zoxsus, welches in der Bedeutungdie Eltern immer nur als ein Paar